Aktien Frankfurt: Dax klar ins Plus gedreht - Spekulation über US-Vorschlag
Der Dax hat seine anfänglichen
Kursverluste am Montag in Gewinne verwandelt. Anfangs ging der
Rückschlag vom vergangenen Freitag weiter, doch dann wurden die
Anleger wieder mutiger und trieben den Leitindex zurück über die
24.000-Punkte-Marke. Spekulationen über neue Verhandlungsvorschläge
von Seiten der USA und Iran sorgten dafür, dass es der Dax am
Nachmittag mit 1,7 Prozent ins Plus schaffte auf 24.350,53 Punkte.
Das Thema des Tages waren zunächst wieder schärfere Töne zwischen
dem Iran und den USA. Laut dem Marktbeobachter Andreas Lipkow vom
Broker CMC Markets wurden davon getriebene Kurse unter 24.000
Punkten schon am Vormittag zu "Schnäppchenkäufen" genutzt. Ins Plus
vordringen konnte der Dax dann wegen Meldungen, wonach wohl weitere
Lösungsideen ausgetauscht werden. Unter anderem soll die US-Seite
iranischen Medien zufolge dazu bereit sein, Ölsanktionen gegen den
Iran vorübergehend zu lockern.
Während es der Dax schon am Vormittag ins Plus schaffte, brauchten
andere Indizes dafür etwas länger. Der MDax schaffte
es zuletzt aber auch mit 0,35 Prozent ins Plus auf 31.474 Punkte,
während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx in
ähnlichem Maße auf 5.846 Punkte stieg. An den US-Börsen, die am
Freitag unter Druck gestanden hatten, konnte zumindest die
Nasdaq-Indikation zuletzt leicht ins Plus drehen.
Lipkow verwies im Dax auf bestimmte Werte als Stütze, darunter der
Chipkonzern Infineon mit mehr als drei Prozent Plus.
Mit der Aktie spielten Anleger weiter das KI-Thema, genauso wie mit
dem Energietechnik-Konzern Siemens Energy , dessen
Aktien zuletzt 3,5 Prozent zulegten. Im MDax und SDax
kamen die Spitzenreiter mit Nordex und SMA Solar
jeweils aus dem Energietechnikbereich.
Ein Erholungsversuch bei Rheinmetall nahm nach einer
Kaufempfehlung der Citigroup mit zuletzt vier Prozent Plus Formen
an. Die US-Bank hält den Rücksetzer bei dem Rüstungskonzern für
übertrieben, zumal ein Friedensabkommen im Krieg zwischen der
Ukraine und Russland mit gegenseitigen Angriffen unwahrscheinlich
bleibt. Bedenken an der Finanzierung steigender
Verteidigungsausgaben hat der Experte Charles Armitage zumindest
nicht in Deutschland.
Schwäche zeigten im Dax die Autowerte. Die Titel von Mercedes-Benz
, BMW und Volkswagen
blieben mit bis zu 0,8 Prozent im Minus. Für Mollstimmung sorgte,
dass die Wirtschaft im wichtigen Absatzmarkt China im April deutlich
an Schwung verloren hat. Wichtige Konjunkturdaten enttäuschten.
Im MDax fielen die sechs Prozent höheren Sartorius-Titel
dagegen positiv auf. Bei dem Laborausrüster sorgte
ein Bericht im "Wall Street Journal" für Gesprächsstoff, wonach der
Investor Elliott beim Sartorius-Großaktionär Bio-Rad eingestiegen
ist. Damit würde ein Geflecht von Beteiligungen entstehen, weil
Elliott selbst auch bei Sartorius im Boot ist.
Verluste verbuchten mussten Anleger der Commerzbank .
Hier ging es um 0,6 Prozent bergab, nachdem Analysten von Keefe
Bruyette & Woods nach gutem Lauf ihr optimistisches Votum
einkassierten, das erst zwei Monate alt war. Kursseitig kaum für
Bewegung sorgte, dass das Finanzinstitut ein Übernahmeangebot der
italienischen Unicredit als unattraktiv
zurückweist./tih/jha/