ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne - Hoffnung auf Brückenbauer China
Der EuroStoxx 50 hat
sich am Mittwoch etwas von seinen jüngsten Verlusten erholt. An den
Finanzmärkten richtete sich das Interesse auf die Gespräche in China
zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und seinem Amtskollegen Xi
Jinping.
"Peking könnte als geopolitischer Brückenbauer zwischen Washington
und Teheran fungieren und damit zwischen den Fronten im
Nahostkonflikt vermitteln", schrieb Timo Emden, Marktanalyst von
Emden Research. Die Märkte hofften, dass Xi hinter den Kulissen als
Vermittler auftreten könnte, auch wenn der große Wurf derzeit
unwahrscheinlich erscheine.
Der Leitindex der Eurozone gewann 0,91 Prozent auf 5.861,07 Punkte.
Außerhalb der Eurozone kletterte der SMI in Zürich um
0,71 Prozent auf 13.212,96 Punkte nach oben. Der britische FTSE 100
stieg um 0,58 Prozent auf 10.325,35 Punkte.
Aus Branchensicht ragte europaweit der Rohstoffsektor
mit einem Plus von 4,4 Prozent positiv hervor. Angetrieben wurde
dieser von der anhaltenden Rally des Kupferpreises. Wegen
Betriebsunterbrechungen in Minen weltweit steigen aktuell die
Risiken hinsichtlich der Versorgung der Weltwirtschaft mit diesem
für die Digitalisierung, den Infrastruktur-Ausbau und die
Energiewende wichtigen Rohstoff.
Der starke Technologiesektor profitierte von den
Gewinnen der ASML-Aktien , die um 4,8 Prozent auf
1.327 Euro anzogen. Die US-Bank Goldman Sachs hatte das Kursziel auf
1.600 Euro angehoben. Die Anteilsscheine des Zulieferers der
Chipindustrie spiegelten Wachstumstreiber wie KI-Nachfrage und
China-Chancen immer noch nicht angemessen im Kurs, hieß es.
Versicherer stützten Gewinne der Aktien von Zurich
, die um 4,1 Prozent stiegen. Der Konzern hatte gute
Wachstumszahlen vorgelegt, vor allem in der Schaden- und
Unfallsparte. Am Markt sei nicht mit einem derart kräftigen Wachstum
im Nichtlebengeschäft gerechnet worden, hieß es von dem Analysehaus
Jefferies. Erfreulich sei das anhaltende Wachstum mit
Vorsorgeprodukten, die höhere Margen versprächen.
Im Bankensektor ragten ABN Amro mit
8,7 Prozent Aufschlag heraus. Analystin Anke Reingen von der
kanadischen RBC verwies auf das starke Zahlenwerk der
niederländischen Bank.
Unter den weiteren Einzelwerten blieben Wolters Kluwer
unter Druck und sackten am EuroStoxx-Ende um gut
sechs Prozent ab. Der niederländische Informationsdienstleister
leidet aktuell unter Sorgen über die Bedrohung des Geschäftsmodells
durch Künstliche Intelligenz.
Gefragt waren Alstom mit plus zwei Prozent. Nach den
enttäuschenden vorläufigen Zahlen, die den Aktien im April einen
Kurseinbruch beschert hatten, beruhigte der vollständige
Quartalsbericht nun etwas. Analyst Akash Gupta von der US-Bank
JPMorgan hob dabei die Aussagen des Bahnzulieferers zur Bilanz
hervor.
Einen Kurseinbruch erlitt ein Schweizer Wert der zweiten Reihe.
Adecco sackten um fast 17 Prozent ab und setzten
damit ihre enttäuschende Entwicklung fort. Der Wert reagierte so auf
die Zahlen zum ersten Quartal. Die Aussichten hinsichtlich der
Profitabilität belasteten. Laut den Experten der Bank UBS ist die
sich weiter verbessernde Umsatzdynamik zwar positiv zu werten.
Offensichtlich habe das Unternehmen aber Mühe, "diese in eine
signifikante Gewinndynamik umzuwandeln"./la/men