Aktien Frankfurt: Dax auf Erholungskurs - Quartalszahlen und Trumps China-Besuch
Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch einen
Erholungskurs eingeschlagen. Im Blick steht neben einer Flut an
Quartalsberichten vor allem der Staatsbesuch von US-Präsident Donald
Trump in China, auf dem er unter anderem nun doch von Jensen Huang,
dem Chef des KI-Chipgiganten Nvidia, begleitet wird.
Der Dax eroberte gleich zum Handelsstart die Marke
von 24.000 Punkten zurück, unter die er am Vortag gesackt war. Zur
Mittagszeit legte das deutsche Börsenbarometer um 0,6 Prozent auf
24.095 Punkte zu.
In der vergangenen Woche war es angesichts wachsender Zuversicht
über eine Einigung zwischen den USA und dem Iran noch etwas über
25.150 Punkten auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn geklettert.
Mit wieder schwindenden Hoffnungen auf ein baldiges Ende des
Konflikts hatten sich dann jedoch auch die Erholungsgewinne wieder
aufgelöst.
Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, gewann am
Mittwochmittag 0,3 Prozent auf 31.098 Zähler und auch europaweit
legten die Börsen überwiegend zu.
Der Besuch Trumps in China dürfte aus gleich zweierlei Gründen stark
beachtet werden. Zum einen, was den Iran-Krieg betrifft: Der
Regierung in Peking wird laut der Landesbank Baden-Württemberg eine
besondere Rolle zugeschrieben, da ihr das Potenzial zugetraut wird,
"als vermittelnde Kraft zwischen den Konfliktparteien aufzutreten".
Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners wies zum anderen
darauf hin, dass die Nachricht über die Teilnahme des Nvidia-Chefs
an der China-Reise Trumps positiv an den Märkten
ankomme. "Das gibt den Börsen Hoffnung auf eine weitere Entspannung
der Handelsstreitigkeiten zwischen den beiden Supermächten."
Hierzulande dreht sich derweil aktuell alles um massenhaft
vorgelegte Quartalsberichte aus Dax, MDax und SDax .
Im Leitindex setzten sich Merck KGaA an die Spitze
mit plus 7,5 Prozent. Der Darmstädter Pharma- und
Spezialchemiekonzern trotzte starken negativen Wechselkurseffekten
und Umsatzrückgängen bei wichtigen Medikamenten und verdiente
operativ mehr als erwartet. Entsprechend hob der neue Konzernchef
Kai Beckmann die Prognose an.
Stark zeigte sich mit plus vier Prozent auch die Eon-Aktie
, nachdem der Energiekonzern mit seinen Quartalszahlen
die Erwartungen ebenfalls übertraf. Der Mittelwert der
Jahreszielspanne für das operative Ergebnis dürfte unter Anlegern
nun den Eindruck bestärken, dass die Prognose konservativ sei, hieß
es von Barclays. RWE-Anteile dagegen schwächelten
nach der Vorlage der Dreimonatszahlen mit minus 0,4 Prozent.
Geringere Versicherungsschäden und ein brummendes Fondsgeschäft
bescherten der Allianz einen überraschend starken
Jahresstart und der Aktie ein Kursplus von 1,5 Prozent. Um ebenfalls
1,5 Prozent stieg die T-Aktie. Das Wachstum von T-Mobile US
, der wichtigsten Sparte des Unternehmens, verhalf dem
Mutterkonzern Deutsche Telekom zu einem starken
Jahresstart. Zudem wurde die Prognose leicht angehoben.
Siemens-Anteile verloren dagegen 0,3 Prozent. Der
Technologiekonzern überzeugte zwar mit seinen Aufträgen im Bereich
Rechenzentren, doch die Aufträge im Bereich Industrieautomatisierung
fielen nach den Worten des Analysehauses Jefferies im Vergleich zu
den zuletzt gestiegenen Investorenerwartungen etwas schwächer aus.
Im MDax ragten Bilfinger mit einem Abschlag von rund
acht Prozent als Index-Schlusslicht heraus. Der
Industriedienstleister bekam im ersten Quartal wegen des Iran-Kriegs
die Zurückhaltung seiner Kunden zu spüren. Der Auftragseingang ging
im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück./ck/zb