ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx unter Druck - Unsicherheit nimmt zu
Die verfahrene Lage im Iran-Konflikt
hat den EuroStoxx 50 am Dienstag stark belastet. Die
seit fast fünf Wochen dauernde Waffenruhe mit dem Iran hängt nach
Einschätzung von US-Präsident Donald Trump am seidenen Faden,
nachdem der Vorschlag des Irans zur Beendigung des Kriegs bei diesem
auf Unverständnis gestoßen war.
Der Leitindex der Eurozone verlor 1,48 Prozent auf 5.808,45 Punkte.
Als Belastung kamen die weiter anziehenden Ölpreise und der
überraschend starke Anstieg der Inflation in den USA im April hinzu.
Außerhalb der Eurozone präsentierten sich die Börsen robuster. So
legte der SMI in Zürich um 0,14 Prozent auf 13.119,53
Punkte zu. Der britische FTSE 100 ("Footsie") gab
geringfügig auf 10.265,32 Punkte nach. An beiden Handelsplätzen
stützten defensive Schwergewichte die Kurse.
Die unsichere Lage spiegelte sich auch im ZEW-Index wider. Dieser
habe sich im Mai zwar leicht erholt, stellte Robin Winkler,
Deutschland-Chefvolkswirt der Deutschen Bank fest. Gleichwohl seien
die Konjunkturerwartungen der Analysten weiterhin deutlich
schlechter als vor Ausbruch des Iran-Krieges. Der militärische
Konflikt habe die Wachstumserwartungen für die nächsten Monate mehr
oder weniger zunichtegemacht.
Von der Zuspitzung der Lage am Persischen Golf profitierten einmal
mehr die Ölwerte , die in dem schwachen Gesamtmarkt
nur leicht nachgaben. Die defensiven Pharmawerte
gewannen sogar. Hier legten Bayer an der
EuroStoxx-Spitze um 3,7 Prozent zu. Gute Geschäfte rund um Soja- und
Maissaatgut sowie das laufende Sparprogramm hatten dem Unternehmen
zu einem überraschend starken Jahresstart verholfen.
Am EuroStoxx-Ende sackten Prosus um mehr als sechs
Prozent ab. Analyst Andrew Ross von der britischen Investmentbank
Barclays verwies auf einen Management-Brief an die Aktionäre. Im
Mittelpunkt stehe dabei eine Warnung, was das operative Ergebnis der
Essenliefertochter iFood im Jahr 2027 betreffe. Unter Anlegern sei
darüber zwar schon debattiert worden, doch das Ausmaß der Kürzung
sei beachtlich.
Im Telekomsektor sackten Vodafone als
Schlusslicht im "Footsie" um gut sieben Prozent ab. Quartalszahlen
des Konzerns hatten für Enttäuschung gesorgt. Die Analysten von
Bernstein bemängelten die schwache operative Entwicklung. Im
Deutschland-Geschäft sei die geringe Dynamik im
Geschäftskundenbereich aufgefallen.
Gut kamen die Halbjahreszahlen von Imperial Brands
an. Die Analysten von Jefferies sprachen von einem im Rahmen der
Erwartungen liegenden Zahlenwerk. Sie bestätigten ihre
Kaufempfehlung und verwiesen auf die günstige Bewertung der Aktien.
Die Papiere gewannen fast vier Prozent./la/he