Wiener Börse - ATX schließt mit minus 1,5 Prozent / Lage am Persischen Golf zum Zerreißen gespannt - Chinas Staatschef Xi Jinping wird zum Hoffnungsträger - Agrana büßt nach Zahlen ein
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Die Situation zwischen den USA und dem Iran trübt sich zusehends ein und das trübt die Laune an den europäischen Börsen. Die Wiener Börse ging daher, wie auch die wichtigsten europäischen Pendants, heute mit Verlusten aus dem Tag. Der Leitindex ATX gab 1,47 Prozent auf 5.848,98 Punkte ab. Der breitere ATX prime verlor 1,50 Prozent auf 2.891,29 Zähler.
Die Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran haben am Dienstag erneut einen herben Dämpfer erlitten. Der Ton wird schärfer. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die jüngste Antwort des Irans als "völlig inakzeptabel" und sprach weitere Drohungen gegen die Islamische Republik aus.
Im Iran herrscht großes Misstrauen. Die iranische Regierung hält ein Wiederaufflammen der Kampfhandlungen für wahrscheinlich. Eine gut informierte Quelle sagte, es gebe keine Entwicklungen mit Blick auf die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington. Trumps China-Reise ist aus iranischer Sicht jedoch mit der Hoffnung verbunden, dass Staatschef Xi Jinping zu einer möglichen Deeskalation beitragen könnte.
In Österreich rückte die Agrana mit den Zahlen zum Geschäftsjahr 2025/26 in den Mittelpunkt. Der Agrarkonzern ist demnach in die Verlustzone gerutscht. Das Konzernergebnis belief sich auf minus 35,6 Mio. Euro, der Umsatz ging um 7,9 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro zurück. Das operative Ergebnis stieg um 6,2 Prozent auf 81,2 Mio. Euro, wie der Nahrungsmittel- und Industriegüterkonzern mitteilte. Die Dividende soll halbiert werden. Gestern gingen Agrana mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent noch als Topperformer im ATX prime aus dem Tag. Heute tendierten die Papiere zum Schluss bei minus 4,1 Prozent.
Die Erste Group schrieb zur Agrana-Jahresbilanz, dass der Ausblick für das Geschäftsjahr 2026/27 relativ optimistisch sei, hat aber Zweifel bezüglich einer Trendwende. Der Nahostkonflikt habe die Unsicherheiten und den externen Druck zuletzt verstärkt und zu steigenden Energiepreisen sowie höheren Kosten für Logistik, Verpackung und Rohstoffe geführt. Es werde an der Empfehlung "Hold" festgehalten.
Die Aktien des Luftfahrtzulieferers FACC bauten nach einem Start im Minusbereich letztlich 1,18 Prozent auf 13,70 Euro auf. Die Erste Group hat heute ihr Kursziel für FACC von 15,0 Euro auf 18,7 Euro hinaufgesetzt. Die Empfehlung "Buy" wurde beibehalten. Aufgrund der starken Ergebnisse des ersten Quartals bekräftigte das Unternehmen seine Prognose, die für das Geschäftsjahr 2026 ein Umsatzwachstum von 5 bis 15 Prozent sowie eine weitere Verbesserung der betrieblichen Effizienz vorsieht, schreiben die Erste Group-Experten in der aktuellen Studie.
Am obersten Ende des ATX prime standen AMAG mit plus 1,8 Prozent. Die schwergewichteten OMV lagen bei plus 0,9 Prozent.
Am anderen Ende des ATX prime findet sich Frequentis. Die Aktien des Technologieunternehmens verloren massive 15,9 Prozent. Auch die schwergewichteten Bankenwerte fanden sich in der Verlustzone. BAWAG bauten 0,6 Prozent ab, Raiffeisen Bank International (RBI) 0,9 Prozent und Erste Group satte 3,4 Prozent.
moe/spa
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