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ROUNDUP/Umfrage: Welt-Krisen belasten deutsche Unternehmen in China

Iran-Konflikt, Handelsstreit zwischen USA und China und Spannungen im Verhältnis Brüssel-Peking: Deutsche Firmen in der Volksrepublik spüren laut einer Umfrage in teils großer Mehrheit die Folgen geopolitischer Krisen in ihrem Geschäft. Wie eine Erhebung der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) zeigt, gaben 75 Prozent der Unternehmen an, dass der Iran-Konflikt ihr Geschäft beeinflusst.

Mehr als die Hälfte (55 Prozent) davon sprach den Angaben zufolge von höheren Logistikkosten. Dahinter folgen steigende Beschaffungspreise (47 Prozent) und eine Verteuerung der eigenen Produkte (20 Prozent) als Folge der Krise.

Folgen des Zollstreits

Das unter Druck stehende Verhältnis zwischen China und der EU sorgt bei 59 Prozent für nachteilige Folgen. Vor dem China-Besuch von US-Präsident Donald Trump ab diesem Mittwoch gaben außerdem 69 Prozent an, dass sich die Spannungen im Handel zwischen China und den USA negativ auf ihr Geschäft auswirken. "Es ist wichtig zu unterstreichen, dass beide Zahlen ziemlich alarmierend sind", sagte AHK-Nordchina-Chef Oliver Oehms.

2025 hatte der Zollstreit zwischen China und den USA den Welthandel in Atem gehalten. Mittlerweile gilt eine Pause in dem Streit bis Herbst. Verglichen mit einer Umfrage im Vorjahr sank die Zahl jener Firmen, die einen direkten Einfluss auf ihr Geschäft durch Chinas Zölle spüren, um 21 Prozentpunkte. Bei den US-Zöllen ging die Zahl um 7 Prozentpunkte zurück.

Mit Blick auf Trumps Peking-Besuch bleibt die Kammer verhalten. "Wir erwarten keinerlei Durchbruch", sagte Oehms. Sollte die Pause im Handelsstreit besonders mit Blick auf Exportkontrollen anhalten, wäre das ein guter Erfolg, sagte er.

Sorgen über Restriktionen

Neue Sorgen bereiten den Firmen laut den diesjährigen Daten diverse Listen der Handelsministerien Pekings und Washingtons, die Restriktionen oder Exportkontrollen zur Folge haben können, wenn sie oder ihre Lieferanten darauf landen. 44 Prozent deuteten auf die US-Listen - ein Plus von 12 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreswert. 27 Prozent nannten die chinesischen Register (plus 6 Prozentpunkte).

Trotz der globalen Krisen blicken die 216 der mehr als 1.800 AHK-Mitglieder in China, die sich im April an der Erhebung beteiligt hatten, positiver auf die Lage in der Volksrepublik. In den kommenden sechs Monaten erwarten nur noch 17 Prozent statt wie im vergangenen Jahr 56 Prozent, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung Chinas verschlechtert. 37 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, knapp die Hälfte erwartet keine Veränderung./jon/DP/jha

AXC0237 2026-05-12/12:24

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