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Deutsche Anleihen: Kursverluste - Weiter steigende Ölpreise belasten

Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Dienstag belastet durch erneut gestiegene Ölpreisen nachgegeben. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel um 0,30 Prozent auf 124,81 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 3,09 Prozent.

Die erneut deutlich gestiegenen Rohölpreise schüren Inflationserwartungen und belasten so die Kurse. Eine Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank (EZB) wird so wahrscheinlicher. Eine Öffnung der Straße von Hormus ist nicht in Sicht. Die inzwischen seit fast fünf Wochen dauernde Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hängt nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump nur noch am seidenen Faden. Grund dafür sei der "dämliche Vorschlag" aus Teheran zur Beendigung des Krieges, sagte er in Washington. "Sie ist so schwach wie nie, nachdem ich diesen Mist gelesen habe."

In Deutschland ist die Inflationsrate im April mit 2,9 Prozent auf den höchsten Stand sei Januar 2024 gestiegen. Bei dieser zweiten Schätzung wurde die erste Erhebung bestätigt. Stark gestiegene Energiepreise führten zu dem Anstieg. Weil teure Energie bei Unternehmen die Produktions- und Transportkosten hochtreibt, ist die Sorge groß, dass der Iran-Krieg die gesamte Wirtschaft erfasst und auch die Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen hochschießen. Nach Daten des Ifo-Instituts will eine wachsende Zahl von Firmen die Preise anheben, etwa in der Gastronomie und im Einzelhandel.

In allen wichtigen Ländern in Europa legten die Renditen zu. Besonders deutlich stiegen sie aber in Großbritannien. Nach den desaströsen Wahlergebnissen bei den Kommunal- und Regionalwahlen gerät Premierminister Keir Starmer immer stärker unter Druck. Nach Informationen mehrerer britischer Medien sollen mit Innenministerin Shabana Mahmood und Außenministerin Yvette Cooper gleich zwei ranghohe Ministerinnen Starmer geraten haben, einen Zeitplan für seinen Rücktritt vorzulegen. Die politische Unsicherheit belastet die Kurse und beflügelt die Renditen. Die Rendite von dreißigjährigen britischen Staatsanleihen stieg über fünf Prozent und erreichte so den höchsten Stand seit dem Jahr 1998./jsl/men

 ISIN  DE0009652644

AXC0182 2026-05-12/10:24

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