AKTIEN IM FOKUS: Autobauer schwächeln - BofA: China-Konkurrenz wächst
Eine kritische Studie zu
europäischen Autobauern der Bank of America (BofA) hat am Montag die
Branche belastet. "Chinas Expansion in Europa
beschleunigt sich", schrieb Analyst Horst Schneider und verwies auf
Ölpreis-Risiken und das Thema Treibstoffeffizienz, das die Nachfrage
zunehmend verändere: "Gesamtbetriebskostenvorteile von
Elektrofahrzeugen verstärken den Druck auf den Massenmarkt."
Chinesische Autobauer expandierten derzeit rasch in Europa und
produzierten vor Ort, wobei sie ungenutzte Kapazitäten nutzten, um
den Preisdruck zu verstärken.
Im Vormittagshandel büßte im französischen Cac 40 die
von "Buy" auf "Neutral" gesenkte Aktie von Renault
3,0 Prozent auf 27,74 Euro ein. Stellantis , von
"Neutral" auf "Underperform" abgestuft, verloren 1,2 Prozent auf
6,44 Euro. In Mailand gaben Ferrari 2,2 Prozent auf 283,10 Euro ab.
Hierzulande sanken Mercedes um 0,6 Prozent auf 49,84
Euro und BMW um 0,8 Prozent auf 81,16 Euro. Den VW
-Vorzugsaktien gelang der Sprung ins Plus. Sie legten
zuletzt um 0,6 Prozent auf 88,16 Euro zu. Für diese Aktie
bekräftigte Schneider seine Kaufempfehlung, senkte aber sein
Kursziel von 112 auf 99 Euro. Dabei wies er auf steigende Risiken
durch China hin sowie darauf, dass die Annahmen über eine Erholung
zunehmend hinterfragt würden. Im MDax gewannen
Porsche AG 0,5 Prozent auf 42,95 Euro.
Mit Ausnahme von Schaeffler schwächelten zudem die
meisten Zulieferer deutlich. Für Schaeffler ging es indes im MDax um
5,1 Prozent auf 9,23 Euro hoch. Die Quirin Privatbank hob nach den
vor rund einer Woche vorgelegten Quartalszahlen ihr Kursziel für die
Aktie von 8,70 auf 9,80 Euro an und bekräftigte ihre Kaufempfehlung.
Wichtiger als die reine Optik des über den Erwartungen liegenden
ersten Quartals sei, dass die operativen Treiber für die
mittelfristigen Ziele für 2028 sichtbar an Fahrt gewönnen, schrieb
Daniel Kukalj. Dabei hob er insbesondere den Geschäftsbereich
E-Mobilität positiv hervor.
BofA-Analyst Schneider schrieb unterdessen zu Renault, dass diesem
Autobauer die Kurstreiber ausgingen und zu Stellantis, dass schon
"zu viel" Erholung vorweggenommen worden sei, obwohl eine Wende zum
Besseren noch nicht sicher sei.
Mit Blick auf die deutschen Premium-Hersteller geht Schneider davon
aus, dass chinesische Premium-Hersteller zwar durchaus auch
europäische Kunden gewinnen könnten, "allerdings vor allem dann,
wenn sie einen deutlichen Preisvorteil bieten". Eine bessere
Ausstattung allein dürfte im Wettbewerb mit BMW, Mercedes, Audi,
Porsche und Volvo auf deren Heimatmärkten indes kaum
ausreichen. Für diese etablierten Hersteller bestehe daher das
eigentliche Problem vor allem darin, dass sie Marktanteile auf ihrem
weltweit größten Absatzmarkt China verlören./ck/men/mis