Aktien Europa: Iran-Hängepartie bremst den Wochenauftakt
Mangels Fortschritten in den
US-Gesprächen mit dem Iran haben Europas wichtigste Aktienmärkte am
Montag zur Mittagszeit schwächer tendiert. Anleger blieben
vorsichtig, weil beide Seiten bei ihren Bemühungen um ein Ende des
Kriegs nicht vorankommen. Wieder anziehende Ölpreise waren die
Folge.
Der EuroStoxx 50 verlor am späten kurz vor dem Mittag
ein halbes Prozent auf 5.883 Punkte. Außerhalb der Eurozone sank der
schweizerische SMI um 0,2 Prozent auf 13.073 Punkte.
Der Londoner FTSE 100 jedoch zeigte sich robuster,
indem er sich 0,1 Prozent höher bei 10.247 Punkten bewegte.
"Der Weg zur Wiederöffnung der Straße von Hormus bleibt ungewiss",
schrieben die Experten der UBS um den Investmentchef Mark Haefele
mit Blick auf die jüngsten Ereignisse im Iran-Krieg. US-Präsident
Donald Trump und der Iran hatten jeweils Friedensvorschläge der
Gegenseite zur Beilegung des Konflikts als nicht akzeptabel
zurückgewiesen.
Führend in der europäischen Sektorwertung waren die Telekom-Werte,
die allgemein als defensivere Anlagevariante angesehen werden.
Positiv auf fielen die im Stoxx Europe 600 Telecommunications und im
FTSE 100 enthaltenen Titel von Airtel Africa , die in
London mehr als zehn Prozent höher gehandelt wurden. Bei dem
Unternehmen gab es Spekulationen darüber, dass der Mehrheitsaktionär
Bharti Airtel seine Beteiligungsstruktur neu ordnen könnte.
Auch Banken und Rohstoffwerte waren am Montag positive Ausnahmen im
schwachen Marktumfeld. Der Rückenwind im Öl- und Gassektor
durch wieder anziehende Preise der fossilen
Brennstoffe ließ allerdings etwas nach. Der Sektorindex bewegte sich
zuletzt noch ein halbes Prozent höher nach einem Spitzenplus, das im
frühen Handel mehr als ein Prozent betragen hatte.
Unter den Einzelwerten im EuroStoxx fielen die Titel von Argenx
mit einem Anstieg um 1,4 Prozent positiv auf. Sie
profitierten von einer Zulassungserweiterung in den USA für das
Medikament Vyvgart. Dessen Spektrum gegen die Autoimmunkrankheit
Myasthenia gravis wird mit dem Einsatz gegen eine seronegative
Variante (SNMG) erweitert.
In London sorgte es bei Asos für einen Kurssprung um
fast 13 Prozent, dass der vermeldete Verkauf eines Logistikzentrums
an die Supermarktkette Marks & Spencer positiv
überraschte. Die positive Reaktion der Asos-Anleger fußt darauf,
dass die Vereinbarung zu einem signifikanten einmaligen
Vorsteuergewinn führen wird.
Generell unter Druck standen die Aktien aus den Auto- und
Rüstungssektoren. Im Rüstungsbereich war am Montag Rheinmetall
das Sinnbild, mit einem Kursrutsch auf ein erneutes
Tief seit April 2025. Von Bernstein Research wurde auf anhaltende
Lösungsbemühungen im Ukraine-Krieg verwiesen. Ein dort nachhaltiger
Waffenstillstand würde der Branche den wichtigsten Treiber nehmen,
hieß es am Montag in einem Kommentar von Analyst Adrien Rabier.
Die Streichung einer Kaufempfehlung durch die Bank of America, die
einen Vorstoß chinesischer Konkurrenz in der Europäischen Union
befürchtet, ließ den Kurs des französischen Autobauers Renault
um 3,3 Prozent absacken - etwas stärker als bei den
ebenfalls abgestuften Stellantis -Aktien, die aber
auch über dem Sektorschnitt um 1,3 Prozent fielen. Titel des Opel-
und Peugeot-Mutterkonzerns bewertet die US-Bank nun mit
"Underperform".
Eine positive Erwähnung wert sind die Aktien von Holcim
, die sich in Zürich mit einem Prozent im Plus
bewegten. Die US-Bank JPMorgan hatte die Aktien auf eine Liste der
besten Anlageideen gesetzt. Zudem drückte Analystin Elodie Rall dem
Baustoffhersteller mit Blick auf den Halbjahresbericht den Stempel
"Positive Catalyst Watch" auf. Holcim ist nun ihr Branchenfavorit.
In London zogen die Anteile der Fluggesellschafts-Holding IAG
um 5,7 Prozent an nach der Nachricht, dass das
Unternehmen den Haltern einer Anleihe an Wandlungsangebot
unterbreitet hatte.
Die Aktien von Axa waren am Montag nur optisch der
größte EuroStoxx-Verlierer. Die Titel des Versicherers wurden zu
Wochenbeginn ex Dividende gehandelt./tih/mis