Aktien Frankfurt: Schwächer bei wieder größeren geopolitischen Sorgen
Neue Kriegssorgen rund um den Iran belasten am
Freitag die Börsen. Der Dax sank gegen Mittag um 0,61
Prozent auf 24.514 Punkte und entfernte sich damit von der runden
Marke von 25.000 Zählern, die er zur Wochenmitte erstmals seit
Ausbruch des Iran-Kriegs zeitweise klar überschritten hatte.
Der MDax mit den mittelgroßen Werten gab am Freitag
um 0,47 Prozent auf 31.414 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 verlor 0,6 Prozent.
Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird zurzeit auf die
Probe gestellt: Nach iranischen Attacken auf drei US-Zerstörer in
der Straße von Hormus hat das US-Militär als Vergeltung Ziele in der
Islamischen Republik angegriffen. US-Präsident Donald Trump forderte
den Iran nach den Schlägen auf iranische Ziele erneut unter
Drohungen auf, "schnell" eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen.
Die seit rund einem Monat bestehende Waffenruhe gelte aber weiter.
Ungeachtet dessen gaben die Ölpreise zuletzt etwas nach.
Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht wachsende Risiken
für den jüngst KI-getriebenen und zunehmend sorglosen Markt, wenn
der Iran-Konflikt ungelöst bleibe.
Vor dem Wochenende dürfte am Nachmittag der US-Arbeitsmarktbericht
für Aufmerksamkeit sorgen. Er gibt Hinweise auf den Zustand der
US-Wirtschaft und ist wichtig für die weitere Geldpolitik der
US-Notenbank. Angesichts der zuletzt wieder steigenden Inflation
sollten Anleger auf das Lohnwachstum achten, schrieb Marktexperte
Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.
In der Berichtssaison geht es nach einigen heißen Tagen am Freitag
gemächlicher zu. Quartalszahlen veröffentlichte die Commerzbank
, die zurzeit vor allem wegen der Übernahmeofferte der
italienischen Unicredit im Fokus steht. Das
Frankfurter Institut hob seine Prognosen an. Die im Dax notierten
Anteile gaben dennoch um gut ein Prozent nach. Die Analysten der
kanadischen Bank RBC sprachen von ambitionierten Zielen.
Aus dem MDax berichteten der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones
, der IT-Dienstleister Bechtle sowie
der Chemiekonzern Evonik über das abgelaufene
Quartal. Bechtle zogen um 4,8 Prozent an. Das Analysehaus Jefferies
lobte den guten Jahresstart mit starker Nachfrage der öffentlichen
Hand in Deutschland. Evonik verteuerten sich um 1,8 Prozent. Krones
notierten nur leicht im Plus.
Rheinmetall gerieten nach dem Kursrutsch am Vortag
abermals deutlich unter Druck mit minus 5,7 Prozent. Der seit Januar
intakte Abwärtstrend setzt sich damit fort. Analyst David Perry von
JPMorgan, der bei Rheinmetall bislang Kursrücksetzer stets als
Kaufgelegenheit sah, kappte nun sein Kursziel von 2.130 auf 1.500
Euro und stufte die Papiere von "Overweight" auf "Neutral" ab.
Eine Abstufung für Hellofresh durch die UBS drückte
auch die Papiere des Kochboxenanbieters mit 2,5 Prozent ins Minus.
Das Unternehmen habe bislang nur unzureichend erklärt, warum man
gegenüber dem Vorjahr nicht mit einem anziehenden Absatz von
Kochboxen rechnet, hieß es dazu.
Unbeirrt auf Rallykurs befinden sich die Aktien des Waferherstellers
Siltronic , die am Freitag 5,6 Prozent gewannen. Vom
KI-Boom voll erfasst, haben sie sich seit Anfang April fast
verdoppelt./ajx/men