Wiener Börse (Eröffnung) - Nahost-Sorgen belasten ATX / Leitindex fällt weiter von Rekordhoch ab - Österreichische Post nach Zahlen im Minus
--------------------------------------------------------------------- AKTUALISIERUNGS-HINWEIS Neu: Ab 3. Absatz erweitert mit Infos zu Einzelwerten. ---------------------------------------------------------------------
Der Wiener Aktienmarkt hat am Freitag die Korrekturbewegung vom jüngsten Rekordhoch zunächst fortgesetzt. Im Fokus bleibt die fragile Lage im Nahen Osten, wo Hoffnungen auf einen baldigen Frieden zuletzt erneut der Ernüchterung gewichen sind.
Der ATX fiel in der ersten Handelsstunde um 0,85 Prozent auf 5.890,80 Punkte. Am Donnerstag war der Leitindex erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 6.000 Punkten geklettert, bevor die Gewinne im Verlauf wieder abschmolzen. Auf Wochensicht deutet sich dennoch ein Gewinn von rund 1,7 Prozent an. Für den ATX Prime ging es um 0,81 Prozent auf 2.914,42 Zähler hinab. Klare Verluste wurden auch im europäischen Umfeld verzeichnet.
Trotz der Waffenruhe lieferten sich die USA und der Iran in der Straße von Hormuz zuletzt wieder militärische Auseinandersetzungen. US-Präsident Donald Trump forderte den Iran nach den Schlägen auf iranische Ziele erneut unter Drohungen auf, "schnell" eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. Die seit rund einem Monat bestehende Waffenruhe gelte aber weiter. Die Ölpreise zogen wieder an.
Zur Zurückhaltung am Markt dürfte auch der monatliche US-Arbeitsmarktbericht sorgen, der am Nachmittag zur Veröffentlichung ansteht. Dieser spielt eine herausragende Rolle für die US-Notenbank Fed bei ihren Zinsentscheidungen.
Die Entwicklung der Einzelwerte spiegelte weitgehend die steigenden Energiepreise und die damit einhergehenden Konjunktursorgen wider. Einzige Gewinner im Leitindex waren die Titel des Versorgers Verbund und des Ölfeldausrüsters SBO, die jeweils um bis zu 0,6 Prozent anzogen. Klare Verluste verzeichneten dagegen die Banken- und Industriewerte.
Aktien der Österreichischen Post büßten knapp zwei Prozent ein. Der Logistiker hatte im ersten Quartal den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht gesteigert, aber deutliche Gewinneinbußen hinnehmen müssen. Da das Unternehmen bereits ein schwaches Erstquartal angedeutet habe, sollten die heutigen Ergebnisse nicht übermäßig überraschen, so Erste-Analyst Christoph Schultes.
Lenzing fielen um 1,7 Prozent auf 23,65 Euro. Berenberg hatte ihr Kursziel für die Papiere von 22,50 auf 24,00 Euro angehoben, blieb jedoch bei ihrer Halteempfehlung. Der Faserhersteller könnte von einem möglichen Rückgang der europäischen Energiekosten, einer Erholung der Textilnachfrage und einer Verbesserung der verfügbaren Einkommen der Verbraucher profitieren, heißt es in der Studie. Allerdings sei die Verschuldung zu hoch und es gebe Gegenwind durch eine schwache Textilnachfrage und Kommerzialisierungsdruck in China.
spa/rst
ISIN AT0000999982