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Medizintechnikhersteller Philips besser als erwartet - Lieferkettenprobleme

Der Medizintechnikkonzern Philips ist trotz Gegenwind durch den starken Euro sowie die Auswirkungen durch US-Zölle mit positiven Vorzeichen in das neue Geschäftsjahr gestartet. So verzeichnete der Konkurrent von Siemens Healthineers im ersten Quartal einen starken Auftragseingang. Das operative Ergebnis fiel besser aus als erwartet und Philips bekräftigte seine Prognose. Allerdings warnte das Unternehmen vor Störungen in der Lieferkette und steigenden Kosten im Zuge des weiter schwelenden Nahost-Krieges.

Auf vergleichbarer Basis - sprich währungs- und portfoliobereinigt - stieg das Neugeschäft um sechs Prozent, wie Philips am Mittwoch in Amsterdam mitteilte. Der Umsatz sank zwar um fünf Prozent auf 3,9 Milliarden Euro, dies war jedoch dem starken Euro geschuldet - auf vergleichbarer Basis sprang ein Plus von vier Prozent heraus.

Das Ergebnis profitierte von operativen Verbesserungen und geringeren Restrukturierungskosten, so wurde der Nettogewinn mit 146 Millionen Euro etwa verdoppelt. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte verharrte hingegen mit 353 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau, fiel aber deutlich besser aus als von Analysten erwartet, die mit einem Rückgang gerechnet hatten.

Dies weckt Zuversicht am Markt, dass das Unternehmen die Belastungen durch geopolitische Turbulenzen und steigende Kosten bewältigen kann. Die in den vergangenen Wochen unter Druck stehende Aktie stieg in Amsterdam im frühen Handel zwischenzeitlich um mehr als sechs Prozent und zog die im deutschen Leitindex Dax notierten Papiere von Siemens Healthineers etwas mit sich, die rund ein Prozent zulegten. Healthineers legt an diesem Donnerstag seine Zahlen für das Quartal vor.

Gut eine halbe Stunde nach Handelsstart gab das Philipps-Papier einen Teil der Gewinne wieder ab, lag aber immer noch mit zwei Prozent auf 23,10 Euro im Plus. Nach dem im Februar erreichten Jahreshoch von knapp 28 Euro ging es für die Aktie bis auf 21,44 Euro nach unten, bevor sich das Papier wieder etwas erholen konnte. Aktuell kostet die Philips-Aktie in etwa so viel wie Ende 2025.

Hersteller medizinischer Bildgebungsgeräte wie Philips und Siemens Healthineers müssen derzeit die Auswirkungen der auf ihre Produkte in den USA erhobenen Importzölle bewältigen. In jüngster Zeit haben zudem die Sperrungen der strategisch wichtigen Straße von Hormus im Zuge des Nahost-Krieges zu erheblichen Störungen in den Lieferketten geführt - insbesondere bei CT- und MRT-Scannern.

Philips-Konzernchef Roy Jakobs bezeichnete dies daher auch in einem Interview als die derzeit dringendste Herausforderung. Dies gilt etwa für die Beschaffung von Helium, das für die Funktionsweise von CT- und MRT-Scannern notwendig ist. Die medizinische Bildgebung habe eine enorme globale Verzahnung, "und leider haben wir am Beispiel der Straße von Hormus die Anfälligkeit für die Abhängigkeit von einem so begrenzten Material gesehen". Die Nachfrage nach heliumfreien Scannern ist laut Jakobs sprunghaft gestiegen, wenngleich es sich "technisch gesehen nicht um eine einfache Lösung" handele.

Das Unternehmen erklärte, es werde sich "auf das konzentrieren, was wir kontrollieren können", um seine Erträge zu sichern. Dazu zähle auch die Stärkung der Lieferkette. Jakobs merkte an, dass die Kosten voraussichtlich weiter steigen würden. Dabei verwies er insbesondere auf Preissteigerungen bei Kunststoffen und Energie./nas/niw/zb

 ISIN  NL0000009538

AXC0153 2026-05-06/09:58

Relevante Links: Koninklijke Philips N.V., Siemens Healthineers AG

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