Aktien Frankfurt: Dax erholt - Rheinmetall und Commerzbank gefragt
Von seinem schwachen Start in den Mai hat sich
der Dax am Dienstag erholt. Quartalszahlen prägten
das Geschehen am Markt. Am Nachmittag legte der deutsche Leitindex
um 1,63 Prozent auf 24.381 Punkte zu, wobei nachgebende Ölpreise
stützten.
Für den MDax mit den mittelgroßen Werten ging es um
2,27 Prozent auf 31.136 Zähler hinauf. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 gewann 1,5 Prozent.
Im Iran-Krieg geht es derzeit vor allem um das von den USA
initiierte "Projekt Freiheit", das darauf abzielt, die Straße von
Hormus wieder für die Schifffahrt freizumachen. Irans Außenminister
bezeichnete es auf der Plattform X als "Projekt Sackgasse". Anleger
wägen ab, welchen Einfluss die Nachrichten zum Iran-Krieg auf die
Wachstums- und Inflationsaussichten und damit auf die Geldpolitik
der Notenbanken haben. Aktuell gefährdet der Streit über die
blockierte, für den Welthandel sehr wichtige Straße von Hormus die
Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran.
Trotz der anhaltenden militärischen Auseinandersetzung und der
weiterhin offenen Situation am Verhandlungstisch zeigten sich die
Finanzmärkte immer noch bemerkenswert gelassen, konstatierten die
Experten der Liechtensteiner VP Bank. Breite Kursrückschläge seien
bislang ausgeblieben, Risikoprämien hätten sich größtenteils wieder
normalisiert, "und das, obwohl der reduzierte Erdölnachschub seine
Wirkungen in einer wachsenden Anzahl von Produkten mit Bezug zu Öl
und Gas zeigt."
In der Berichtssaison enttäuschte Fresenius Medical Care (FMC)
die Anleger. Analysten bemängelten das schwache
Abschneiden des Dialysekonzerns bei den so wichtigen
Behandlungszahlen in den USA. Die Papiere rutschten ans Dax-Ende mit
einem Minus von 6 Prozent.
Rheinmetall gewannen nach Quartalszahlen 3,6 Prozent
und bauten so ihr deutliches Plus vom Vortag aus. Die Resultate
lägen unter den Markterwartungen, schrieb Analyst David Perry von
JPMorgan. Der Rüstungskonzern habe dies aber mit zeitlichen Effekten
begründet und seine Jahresziele bestätigt.
Commerzbank zogen an der Dax-Spitze nach dem
offiziellen Kaufangebot der Unicredit um 4,4 Prozent
auf 35,53 Euro. Unicredit legten in Mailand um 5,7 Prozent zu. Damit
bewertet die von den Italienern abgegebene Offerte das Frankfurter
Institut aktuell mit 32,85 Euro je Aktie.
Die Aktien von Hochtief setzten ihre Rekordrally mit
einem Plus von rund 13 Prozent fort und übersprangen erstmals die
500-Euro-Marke. Die Ziele der Analysten haben die Papiere des
Baukonzerns inzwischen allesamt übertrumpft. Das schreckt die
Anleger dank der Fantasie für Infrastruktur in Wachstumsbereichen
wie Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung aber offenbar
nicht ab.
Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler stand
mit einer im ersten Jahresviertel verbesserten Profitabilität im
Blick. Die Aktien gewannen fast 7 Prozent.
Fraport sanken um 1 Prozent. Der Iran-Krieg, knappes
Kerosin und Streiks bei der Lufthansa trüben die
Aussichten für den Frankfurter Flughafen./ajx/mis