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ROUNDUP: Fraport hofft auf genügend Kerosin - Streiks bremsen Frankfurt-Geschäft

Der Iran-Krieg, das Ringen um Kerosin und Streiks bei der Lufthansa trüben die Aussichten für den Frankfurter Flughafen. Die Zahl der Passagiere an Deutschlands größtem Airport dürfte wegen der jüngsten Entwicklungen in diesem Jahr nur das untere Ende der Zielspanne von 65 bis 66 Millionen erreichen, erklärte der Finanzvorstand des Betreibers Fraport , Matthias Zieschang, am Dienstag in Frankfurt. An ihrer Gewinnprognose für 2026 halten er und Vorstandschef Stefan Schulte zwar fest. Allerdings dürfe es dafür keine Unterbrechungen bei der Kerosinversorgung geben.

Für die Fraport-Aktie ging es nach den Neuigkeiten abwärts. Zuletzt verlor das Papier rund 1,4 Prozent auf 68,10 Euro und gehörte damit zu den stärksten Verlierern im MDax , dem Index der mittelgroßen Werte. Der Krieg am Persischen Golf, die stark gestiegenen Ölpreise und eine drohende Knappheit an Flugzeugtreibstoff hat Aktien aus der Luftfahrtbranche seit mehr als zwei Monaten in den Sinkflug geschickt.

Im ersten Quartal lief es für Fraport angesichts der Verwerfungen besser als gedacht. "Trotz des Ausbruchs des Iran-Kriegs konnten wir auf allen Märkten wachsen", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte. Während der Verkehr in Frankfurt auf den Strecken nach Nahost zurückging, hätten Zuwächse in andere Regionen dies ausgeglichen. "Für das Gesamtjahr halten wir an unserer Prognose für 2026 fest, basierend insbesondere auch auf den Aussagen der Bundesregierung zur gegebenen Versorgungssicherheit mit Kerosin", sagte Schulte.

Der Nationale Sicherheitsrat hatte in der Diskussion über mögliche Treibstoff-Engpässe in Deutschland Mitte April vorerst Entwarnung gegeben. Es gebe keine Notlage, die Vorräte gerade an Kerosin seien "für eine absehbare Zeit" ausreichend, hieß es nach einer Sitzung des Gremiums mit Vertretern von Bund, Ländern und Sicherheitsbehörden aus Teilnehmerkreisen. Es gebe außerdem "Raffinerieoptionen", die eine schnelle Reaktion auf mögliche Lücken gewährleisten würden.

Während der Krieg in der Golfregion die Luftfahrtbranche weltweit in Schwierigkeiten bringt, zogen in Deutschland zuletzt die Streiks bei der Lufthansa schon im März reihenweise Flugausfälle nach sich. Im April legten die Ausstände von Piloten und Flugbegleitern das Geschäft der Lufthansa sogar an sechs Tagen weitgehend lahm. Fraport zählte deshalb allein in Frankfurt im April eine halbe Million weniger Passagiere. Dies dürfte auch auf die Jahreszahlen durchschlagen.

Allerdings betreibt Fraport eine Vielzahl von Flughäfen, etwa im türkischen Antalya, in Perus Hauptstadt Lima sowie 14 Regional-Airports in Griechenland. Konzernweit rechnet der Vorstand in diesem Jahr weiterhin mit etwa 188 bis 195 Millionen Passagieren. Auch an seiner Gewinnprognose hält das Management fest: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll 2026 auf bis zu 1,5 Milliarden Euro steigen.

Der Konzerngewinn vor Minderheitsanteilen Dritter dürfte jedoch wie angekündigt auf 300 bis 400 Millionen Euro sinken. Als Ursachen nannte Fraport höhere Zinsen und Abschreibungen, nachdem der Konzern das dritte Passagierterminal in Frankfurt und weitere Ausbauvorhaben abgeschlossen hat.

Im üblicherweise reiseschwachen ersten Quartal stieg Fraports Umsatz im Jahresvergleich um 1,6 Prozent auf 882 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um gut zehn Prozent auf 196 Millionen Euro zu. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein saisontypischer Verlust von knapp 18 Millionen Euro, etwas mehr als im Vorjahr. Dabei schnitt Fraport durchweg besser ab als von Analysten im Mittel erwartet./stw/err/mis

 ISIN  DE0005773303

AXC0208 2026-05-05/13:46

Relevante Links: Fraport AG, Deutsche Lufthansa AG

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