ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Iran-Meldungen verhageln Dax den Mai-Start
Meldungen über einen angeblichen iranischen
Raketenangriff auf ein US-Kriegsschiff in der Straße von Hormus
haben den Dax nach einem freundlichen Start belastet.
Der deutsche Leitindex büßte zum Handelsende 1,24 Prozent auf
23.991,27 Punkte ein. Der Erholungsversuch vom Donnerstag - vor dem
verlängerten Wochenende - ist damit erst einmal verpufft.
Der MDax der mittelgroßen Börsenunternehmen
verabschiedete sich am Montag 0,47 Prozent tiefer mit 30.445,74
Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
ging es letztlich um 2 Prozent bergab. In Zürich stand ebenfalls ein
klares Minus zu Buche, während in London wegen eines Feiertages
nicht gehandelt wurde. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial
notierte zum europäischen Börsenschluss 0,8 Prozent
schwächer, während der technologielastige Nasdaq 100
0,4 Prozent verlor.
"Es bleibt dabei: Die Nachrichten aus dem Nahen Osten sorgen für
Nervosität und Kursausschläge in beide Richtungen", kommentierte
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Brokers CMC Markets. Das
Handelsvolumen bleibe eher unterdurchschnittlich, und die ersten
Anleger riefen sich zu Beginn des neuen Monats den Börsenspruch
"Sell in May" in Erinnerung.
Iranische Nachrichtenagenturen mit Verbindung zu den
Revolutionsgarden des Landes hatten zunächst über einen
Raketenangriff auf ein US-Kriegsschiff berichtet. Die Vereinigten
Staaten dementierten allerdings kurz danach, dass ein US-Schiff
getroffen worden sei. Der Iran hatte nach der Verkündung des Beginns
einer neuen US-Initiative, die die für den globalen Öltransport so
wichtige Meerenge von Hormus für die Schifffahrt freimachen soll,
mehrere Warnungen ausgesprochen. Schiffe, die ohne Absprache mit dem
Iran die Straße von Hormus befahren, könnten angegriffen werden,
hieß es. Dazu gab es wieder gegenseitige Angriffe Israels und der im
Südlibanon operierenden, mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz.
Die Aktien des Logistikkonzerns DHL büßten am
Dax-Ende 7,3 Prozent ein. Der US-Onlinehandels- und Technologieriese
Amazon hatte angekündigt, sein Logistiknetzwerk für
alle Unternehmen zu öffnen. In New York ging es für die Aktien der
DHL-Konkurrenten UPS und Fedex
ebenfalls deutlich bergab.
Neue Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump für Fahrzeuge
aus der EU belasteten die Herstellerwerte. Im Dax verloren
Mercedes-Benz , Volkswagen , BMW
, Traton < DE000TRAT0N7> und Daimler Truck
bis zu 3,4 Prozent.
Dass der Industriekonzern Thyssenkrupp seine
Stahlsparte vorerst nicht verkaufen will und die Gespräche mit dem
indischen Konkurrenten Jindal abbrach, sorgte für Kursausschläge in
beide Richtungen. Am Ende büßten die Titel 1,8 Prozent ein.
Die Aktien der Parfümeriekette Douglas rutschten nach
Quartalszahlen und einer Prognosesenkung als größter Verlierer im
Nebenwerte-Index SDax um fast 8 Prozent ab.
Dagegen erholten sich die Anteile des Rüstungsunternehmens
Rheinmetall an der Dax-Spitze um 2,4 Prozent. Sie
profitierten unter anderem von einer Hochstufung durch die spanische
Bank Santander.
Bei Evotec trägt die Kooperation mit Almirall erste
Früchte: Die Papiere des Wirkstoffforschers gewannen 2 Prozent. Ziel
der Zusammenarbeit ist die Erforschung und Entwicklung neuartiger
Therapeutika zur Behandlung schwerer Hauterkrankungen. Evotec gab
nun den ersten präklinischen Entwicklungskandidaten aus der
Dermatologie-Kooperation mit Almirall bekannt./gl/he