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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX verliert 0,14 Prozent / Zolldrohungen durch US-Präsident Trump und Straße von Hormuz im Fokus - Vor allem Technologiewerte legen zu

Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Montag im Verlauf mit einer leicht negativen Tendenz gezeigt. Nach dem verlängerten Wochenende notierte der heimische Leitindex ATX am Nachmittag bei 5.786,39 Punkten mit 0,14 Prozent im Minus. Der ATX Prime verlor 0,19 Prozent auf 2.860,18 Zähler. Das europäische Umfeld zeigte sich ebenfalls mehrheitlich im Minus. Ins Blickfeld rückten neben der Straße von Hormuz neuerliche Zolldrohungen durch US-Präsident Donald Trump.

Lange war es im Zollstreit zwischen den USA und der EU ruhig geblieben, doch kurz vor dem Wochenende ließ Trump die Situation eskalieren: Auf Truth Social kündigt er an, den Zoll auf Auto- und Lastwagenimporte aus der Europäischen Union in die USA auf 25 Prozent zu erhöhen. Der neue Satz soll ab dieser Woche gelten. "Sie haben sich nicht an die Vereinbarung gehalten, die wir getroffen haben", begründete Trump seine Entscheidung.

Trumps Zolldrohungen lassen die Unsicherheit auch in der österreichischen Kfz-Industrie wieder steigen. Derzeit würden alle in der Luft hängen, weil nicht klar ist, was wirklich passiert, sagte Igor Sekardi, Handelsexperte in der Industriellenvereinigung, zur APA. Sollte Trump die Zölle für den Automobilsektor tatsächlich anheben, wäre Deutschland am stärksten betroffen, aber auch Staaten wie die Slowakei und Ungarn, in denen viele Autos gebaut werden. Österreich wäre ebenfalls betroffen: 2024 - noch vor dem Einbruch um 20 Prozent - lagen Österreichs Automotive-Exporte in die USA bei 2,8 Mrd. Euro bei insgesamt 16 Mrd. Euro, sagte Sekardi.

Indes feuerte der Iran laut Nachrichtenagentur Fars zwei Raketen auf ein US-Militärschiff in der Straße von Hormuz ab. Zuvor habe die US-Fregatte "eine Warnung der iranischen Marine ignoriert", hieß es ohne Angaben von Quellen. Trump hatte am Sonntagabend (Ortszeit) einen US-Militäreinsatz in der vom Iran blockierten Straße von Hormuz ab Montag angekündigt, bei dem dort festsitzende Schiffe aus der Meerenge hinaus "geleitet" werden sollten. Von US-Seite gab es zu den angeblichen Vorfällen keine Angaben.

Die Lage am österreichischen Arbeitsmarkt bleibt weiterhin angespannt. Ende April waren 398.342 Menschen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 1,5 Prozent beziehungsweise 5.711 Menschen gegenüber dem Vorjahresmonat. Die nationale Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent.

Unternehmensseitig hat sich im Laufe des Tages wenig getan. Vorstand und Aufsichtsrat der Semperit geben keine Empfehlung zum freiwilligen Übernahmeangebot der B&C Holding ab. Es gebe Für und Wider das Angebot anzunehmen, letztlich hänge es von der jeweiligen Anlagestrategie und dem individuellen Zeitpunkt des Aktienerwerbs ab, ob das Angebot vorteilhaft ist, schreibt der Semperit-Vorstand in einer Aussendung am Montag. B&C hält derzeit rund 58,48 an Semperit und will alle ausstehenden Aktien übernehmen. Die Frist läuft bis 12. Juni. Die Semperit-Aktien notierten am Montag im Verlauf bei 15,10 Euro und einem Plus von 1,34 Prozent.

Am Freitag bestätigte UBS ihre Kaufempfehlung "Buy" für die Aktien der OMV nach Quartalszahlen ebenso wie ihr Kursziel von 68,00 Euro. Barclays hingegen erhöhten ihr Kursziel für die OMV von 52,00 auf 53,00 Euro, die Einstufung "Underweight" blieb. OMV-Aktien notierten am Nachmittag bei 60.50 Euro und einem Plus von 0,58 Prozent.

Zudem hob UBS ihr Kursziel für Werte der Raiffeisen Bank International (RBI) von 47,00 auf 50,00 Euro an. Die Kaufempfehlung beließen die Analysten bei "Buy". Am Montag verloren RBI 1,21 Prozent auf 45,84 Euro.

Und die Analysten von Barclays bestätigten ihre "Overweight"-Empfehlung für die Aktien der Erste Group in Reaktion auf die Quartalszahlen der Bank. Das Kursziel blieb unverändert bei 123,00 Euro. Die Erste Group fielen um 0,32 Prozent auf 93,90 Euro.

Zu den Gewinnern des Tages gehören unterdessen Technologiewerte. AT&S legten um 5,65 Prozent zu, Andritz gewann 1,66 Prozent. Allerdings verloren Frequentis im prime market 3,14 Prozent.

Verbund-Aktien fielen am unteren ATX-Ende um 2,26 Prozent.

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