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Wiener Aktienmarkt vorbörslich leicht im Plus erwartet / ATX rund 30 Minuten vor Handelsbeginn um 0,25 Prozent höher - Zollstreit zwischen USA und EU sowie Iran-Krieg im Fokus

Der Wiener Aktienmarkt dürfte am Montag mit einer leichten Tendenz nach oben in die neue Handelswoche starten. Nach dem verlängerten Wochenende zeigten Bankenindikationen den ATX rund 30 Minuten vor Handelsbeginn um 0,25 Prozent höher. Auch das europäische Umfeld wird größtenteils mit leichten Zugewinnen erwartet. Ins Blickfeld rückten neben der Straße von Hormuz neuerliche Zolldrohungen durch US-Präsident Donald Trump gegen die EU.

Lange war es im Zollstreit zwischen den USA und der EU ruhig geblieben, doch kurz vor dem Wochenende ließ Trump die Situation eskalieren: Auf Truth Social kündigt er an, den Zoll auf Auto- und Lastwagenimporte aus der Europäischen Union in die USA auf 25 Prozent zu erhöhen. Der neue Satz soll ab kommender Woche gelten. "Sie haben sich nicht an die Vereinbarung gehalten, die wir getroffen haben", begründete Trump seine Entscheidung.

Mitte August 2025 hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch für europäische Autos und Autoteile sollte der Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.

Im Iran-Krieg kündigte indes Trump an, dass die US-Marine ab Montagfrüh in der Straße von Hormuz festsitzende Schiffe aus der Meerenge heraus "geleiten". Für den Fall etwaiger Behinderungen der Initiative "Projekt Freiheit" drohte Trump auf seiner Plattform Truth Social, dagegen mit Härte vorzugehen. Viele Details zum Ablauf der Initiative ließ Trump jedoch offen. Der Iran warnte die USA umgehend vor Aktionen in der strategisch wichtigen Meerenge.

Unternehmensseitig ist am Montag wenig zu erwarten. Am Freitag bestätigte UBS ihre Kaufempfehlung "Buy" für die Aktien der OMV nach Quartalszahlen ebenso wie ihr Kursziel von 68,00 Euro. Barclays hingegen erhöhten ihr Kursziel für die OMV von 52,00 auf 53,00 Euro, die Einstufung "Underweight" blieb. OMV-Aktien notierten am Donnerstag bei Handelsschluss bei 60,15 Euro (plus 0,25 Prozent).

Zudem hob UBS ihr Kursziel für Werte der Raiffeisen Bank International (RBI) von 47,00 auf 50,00 Euro an. Die Kaufempfehlung beließen die Analysten bei "Buy". Am Donnerstag kosteten RBI zum Handelsschluss 46,40 Euro (plus 1,62 Prozent).

Und die Analysten von Barclays bestätigten ihre "Overweight"-Empfehlung für die Aktien der Erste Group in Reaktion auf die Quartalszahlen der Bank. Das Kursziel blieb unverändert bei 123,00 Euro. Die Erste Group schloss am Donnerstag mit einem Minus von 6,18 Prozent bei 94,20 Euro.

Am Donnerstag hatte der ATX um 0,67 Prozent schwächer bei 5.794,70 Punkten geschlossen.

Die größten Kursgewinner im prime market am Donnerstag:

Polytec +5,47% 4,05 Euro 
AT&S    +2,96% 93,80 Euro
EVN     +2,48% 28,95 Euro

Die größten Kursverlierer im prime market am Donnerstag:

Erste Group       -6,18% 94,20 Euro
Kapsch TrafficCom -3,94% 5,36 Euro 
Palfinger         -1,82% 35,00 Euro

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