Wiener Börse - Erste-Aktie hält ATX im Zaum / Erste-Papiere verlieren 6,2 Prozent
Schwach aufgenommene Quartalszahlen der Erste Group haben den ATX am Donnerstag in Schach gehalten. Das Börsenbarometer ging 0,67 Prozent tiefer bei 5.794,70 Punkten aus dem Geschäft. Andere Börsen in Europa schlossen dagegen klar in der Gewinnzone, und auch in Wien wiesen die meisten Aktien positive Vorzeichen auf. Dem entgegen standen die Titel des größten ATX-Schwergewichts, die 6,2 Prozent einbüßten.
In der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche verzeichnete der heimische Leitindex jedoch einen Zuwachs von 0,7 Prozent. Der ATX Prime schloss Donnerstag 0,57 Prozent tiefer bei 2.865,52 Punkten.
Keine Überraschung brachte die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), ihre Schlüsselzinssätze unverändert zu lassen. Die Währungshüter sehen sich zwar mit einer ölpreisbedingt höheren Inflation konfrontiert, jedoch hatten Volkswirte bereits damit gerechnet, dass die EZB erst weitere Datenveröffentlichungen abwarten würde.
Die begleitenden Aussagen aus der Notenbank entlockten Ökonomen dagegen unterschiedliche Meinungen, da sowohl die Gefahren des Ölpreisschocks für die Preisentwicklung als auch für die Konjunktur betont wurden. Commerzbank-Ökonom Jörg Krämer etwa rechnet bereits beim nächsten Treffen im Juni mit einem Zinsschritt. "Tatsächlich wird die Luft für die EZB dünner, weil immer mehr Unternehmen die stark gestiegenen Energiekosten an die Verbraucher weiterleiten wollen und die langfristigen Inflationserwartungen der Konsumenten nicht mehr so gut beim 2-Prozent-Ziel verankert sind", schrieb der Experte. Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust, betonte dagegen den konjunkturbremsenden Effekt der hohen Öl- und Gaspreise. Er rechnet im Juni mit einer weiteren Zinspause, zumal noch keine Zweitrundeneffekte sichtbar seien.
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