Stimmung in Chinas Industrie signalisiert Wachstum trotz hoher Ölpreise
In China hat sich die Stimmung in den kleineren und mittleren Industriebetrieben trotz steigender Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs überraschend stark aufgehellt. Der am Donnerstag von der Ratingagentur RatingDog veröffentlichte Einkaufsmanagerindex (PMI) für das produzierende Gewerbe legte im April im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Punkte auf 52,2 Zähler zu. Von Bloomberg befragte Experten hatten im Schnitt mit einem Anstieg gerechnet, aber nur auf 51,0 Punkte.
Mit dem Anstieg im April steigt der Frühindikator weiter über die sogenannte Expansionsschwelle von 50 Punkten, ab der man von einer Ausweitung der Aktivität in den Betrieben ausgeht.
"Chinas Industriekonjunktur zeigte sich im April trotz geopolitischer Turbulenzen weiterhin widerstandsfähig", kommentierte Analyst Henry Hao von der Commerzbank das Umfragergebnis. Die mit dem Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI) verbundene, weltweite Nachfrage stütze weiterhin das Geschäft. Der Containerverkehr chinesischer Häfen sei "den ganzen Monat über robust" geblieben.
Der RatingDog-Indikator zeichnet allerdings ein besseres Bild als der ebenfalls am Donnerstag veröffentlichte staatliche Einkaufsmanagerindex. Dieser ging für April leicht um 0,1 Punkte auf 50,3 Punkte zurück. Der Indikator blieb damit aber über der Expansionsschwelle.
Die beiden Indikatoren werden unterschiedlich erhoben. Der staatlich erhobene Einkaufsmanagerindex erfasst laut Experten häufig größere und staatsnahe Betriebe, während der RatingDog-PMI als Abbild für die Stimmung kleinerer und exportorientierter Unternehmen gilt./jkr/la/zb
AXC0162 2026-04-30/09:54