OMV verbucht im Startquartal operativen Gewinnrückgang / Schwächeres Energy-Ergebnis - Chemiegeschäft legt deutlich zu - Iran-Krieg dämpft Öl- und Gasproduktion - Unbereinigter Überschuss dank Sondereffekt stark gestiegen
Der teilstaatliche Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV hat im ersten Quartal 2026 Einbußen im operativen Geschäft erlitten. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Wien mitteilte, sank das um Lagereffekte bereinigte Operative Ergebnis (Clean CCS) vor Sondereffekten im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 1,025 Mrd. Euro. Maßgeblich dafür war ein schwächeres Marktumfeld im Bereich Energy, während die Chemiesparte Zuwächse verzeichnete.
Das Marktumfeld war zu Jahresbeginn stark vom Iran-Krieg geprägt. Die OMV-Kohlenwasserstoffproduktion verringerte sich im ersten Quartal um 7 Prozent auf 288.000 Fass pro Tag (boe/d). Das Unternehmen begründete das mit temporären Schließungen infolge des Krieges und mit natürlichen Förderrückgängen. Die weltweite Unterbrechung der Rohölströme führte in der Sparte Fuels zudem zu einmaligen operativen Hedging-Verlusten in Höhe von rund 100 Mio. Euro. OMV-Chef Alfred Stern verwies darauf, dass man "trotz eines stark volatilen Marktumfelds und der durch den Konflikt im Nahen Osten verursachten Unterbrechungen der Lieferketten" ein solides Ergebnis erzielt habe.
Trotz gestiegener Absatzmengen verzeichnete die OMV im Tankstellengeschäft einen deutlichen Ergebnisrückgang. Die Verkaufsmengen an den europäischen Zapfsäulen legten im ersten Quartal zwar um 4 Prozent auf 1,32 Millionen Tonnen zu, deutlich niedrigere Kraftstoffmargen belasteten jedoch das Ergebnis. Das Unternehmen begründete den Margendruck mit den infolge des Nahostkonflikts gestiegenen Notierungen für Mineralölprodukte. Auch für das Gesamtjahr 2026 rechne man mit Retail-Margen unter dem Niveau des Vorjahres.
Chemiegeschäft deutlich verbessert
Unterm Strich sank der um Sondereffekte bereinigte, den Aktionären zuzurechnende CCS-Periodenüberschuss um 22 Prozent auf 323 Mio. Euro. Der unbereinigte Periodenüberschuss kletterte hingegen von 288 Mio. auf 1,645 Mrd. Euro nach oben. Dieser Anstieg resultierte primär aus einem Ertrag von 886 Mio. Euro durch die Dekonsolidierung der Borealis-Gruppe im Zuge der Fusion zur neuen Borouge International. Im fortgeführten Chemiegeschäft verdoppelte sich das operative Ergebnis beinahe auf 245 Mio. Euro.
Prognosen angepasst
Aufgrund der geopolitischen Lage passte die OMV ihre Prognosen für 2026 an. Das Unternehmen erwartet nun einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis zwischen 85 und 95 US-Dollar pro Barrel, anstatt der bisherigen 65 Dollar. Die Gesamtproduktion soll im Gesamtjahr zwischen 280.000 und 290.000 boe/d liegen, wenn die Straße von Hormuz rechtzeitig wieder für Schiffe passierbar wird. Die geplanten organischen Investitionen wurden leicht auf rund 3,4 Mrd. Euro angehoben.
In Österreich setzt der Konzern weiterhin auf regionale Investitionen. Die organischen Investitionen des ersten Quartals flossen unter anderem in den Ausbau von Elektrolyseuren für grünen Wasserstoff sowie in die Entwicklung des Gasfelds Wittau in Niederösterreich. Das neu formierte und als Joint Venture geführte Gemeinschaftsunternehmen Borouge International, an dem die OMV 50 Prozent hält, hat seinen globalen und steuerlichen Firmensitz in Österreich.
ivn/hel
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