ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Verluste - Dax wieder unter 24.000 Punkten
Weiter steigende Ölpreise und die am Abend
anstehende Leitzinsentscheidung in den USA hat am Mittwoch für
leichte Verluste am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Inflationsdaten
aus Deutschland hatten kaum Einfluss auf die Kurse. Zahlreiche
Unternehmen konnten mit ihren Quartalsberichten überzeugen und
sorgten für teils deutliche Gewinne in Einzelwerten.
Der Leitindex Dax , der im Tagesverlauf um die stark
beachtete Marke von 24.000 Punkten gependelt war, schloss letztlich
knapp darunter. Er ging mit einem Abschlag von 0,27 Prozent auf
23.954,56 Punkte aus dem Tag. Für den MDax mit den
mittelgroßen Werten ging es um 0,16 Prozent auf 30.010,78 Zähler
abwärts.
"Mehr als eine Stabilisierung war heute nicht drin", resümierte
Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. "Einerseits übt
der Konflikt im Nahen Osten über die Energiepreise Druck auf die
Wirtschaft, auf die Inflation und damit auf die Geldpolitik der
großen Notenbanken aus. Andererseits konnten viele Unternehmensdaten
positiv überraschen und den trüben Konjunkturaussichten trotzen."
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,34
Prozent auf 5.816,48 Zähler. Die Verluste an den Börsen in London
und der Schweiz fielen noch deutlicher aus. In den USA schwächelte
zum Börsenschluss in Europa der Wall-Street-Index Dow Jones
Industrial , während die technologielastige Nasdaq
sich knapp im Plus zeigte.
Neue Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran ließen
den Ölpreis der Nordseesorte Brent deutlich weiter über 100
US-Dollar je Barrel steigen. Derzeit gilt im Iran-Krieg eine
Waffenruhe, doch die aktuellen Warnungen dämpften die Hoffnung auf
eine Verhandlungslösung und die Aussicht auf eine baldige Öffnung
der Straße von Hormus.
Die US-Notenbank Fed dürfte die Zinsen in dem durch den Iran-Krieg
verunsicherten Umfeld wohl zum dritten Mal in Folge bestätigen.
Bevor sich der Blick auf vier der sogenannten "Glorreichen Sieben"
richtet, die ihre Quartalszahlen vorlegen werden, standen allein im
Dax sechs Konzerne mit Zahlen auf der Agenda. Besser als erwartete
Eckzahlen von Adidas machten die Aktie des
Sportartikelherstellers mit plus 8,4 Prozent zum Tagesgewinner.
Scout24 überzeugte nicht nur mit starken
Quartalszahlen und zuversichtlichen Aussagen zur weiteren
Geschäftsentwicklung, sondern auch mit einem beschleunigten
Aktienrückkaufprogramm. Die Anteile des Internetportal-Betreibers
legten als zweitstärkster Wert um 6,7 Prozent zu.
Airbus stiegen nach bestätigten Jahreszielen um 5,1
Prozent. Der Jahresstart des Flugzeugbauers war wegen verzögerter
Triebwerkslieferungen des Herstellers Pratt & Whitney mau
ausgefallen.
Der Duftstoff- und Aromenhersteller Symrise
überzeugte trotz Umsatzeinbußen zum Jahresstart, denn diese fielen
geringer als erwartet aus. Die Aktie gewann 3,1 Prozent.
Infineon legten um 5,5 Prozent zu. Sie profitierten
vom starken ersten Quartal samt beeindruckendem Ausblick des
niederländischen Chipherstellers NXP.
Nicht überzeugen konnten letztlich die Zahlen der Deutschen Bank
und von Mercedes . Zwar hielt der
Autobauer den Gewinnrückgang im ersten Quartal überraschend gering,
doch in China schwächelt das Geschäft weiter deutlich. Die Papiere
verloren 0,6 Prozent. Für die des Finanzinstituts ging es trotz
eines Rekordquartals um 1,8 Prozent abwärts.
Im MDax zogen die Aktien von Fuchs mit einem Plus von
etwas mehr als 10 Prozent Aufmerksamkeit auf sich. Nach starken
Zahlen hob der Schmierstoffhersteller sein Jahresumsatzziel an.
Thyssenkrupp profitierten mit knapp 10 Prozent Plus
von der angekündigten Mehrheitsübernahme von TK Elevator durch den
finnischen Aufzughersteller Kone ./ck/he