Aktien New York Ausblick: Wenig Bewegung vor Zinsentscheid und Tech-Zahlen
An den US-Börsen zeichnet sich zur Wochenmitte
eine uneinheitliche, aber insgesamt wenig bewegte Eröffnung ab. Im
Fokus stehen die erst nach Börsenschluss angekündigten
Quartalszahlen der Tech-Giganten Alphabet , Microsoft
, Amazon und Meta . Noch
im Handelsverlauf wird zudem die US-Notenbank Fed ihre
Zinsentscheidung bekanntgeben.
Eine Dreiviertelstunde vor dem Börsenstart taxierte der Broker IG
den Nasdaq 100 nach dem Rücksetzer vom Vortag 0,2
Prozent höher auf 27.074 Punkte. Damit nimmt der technologielastige
Auswahlindex tendenziell wieder Kurs auf neue Bestmarken - die
letzte hatte er zu Wochenbeginn aufgestellt, ebenso der marktbreite
S&P 500 . Den Leitindex Dow Jones Industrial
erwartet IG am Mittwoch 0,1 Prozent tiefer bei 49.086
Punkten.
Nach einem kritischen Medienbericht über OpenAI, der am Dienstag für
deutliche Kursverluste bei Chip- und anderen Technologiewerten
gesorgt hatte, wolle er sehen, wie es mit dem Wachstum der
Tech-Größen abseits des KI-Forschungsunternehmens aussehe, schrieb
Angelo Zino, Aktienanalyst bei CFRA Research. Er gehe indes davon
aus, dass dieses stark ausfallen werde, "und ich glaube, dass diese
Unternehmen in den nächsten paar Quartalen in der Lage sein werden,
sich von OpenAI weg zu diversifizieren".
In einem durch den Iran-Krieg verunsicherten Umfeld wird die Fed
ihre Leitzinsen voraussichtlich zum dritten Mal in Folge nicht
verändern. Auch der anhaltende politische Druck durch US-Präsident
Donald Trump dürfte sie nicht zu einer Leitzinsänderung bewegen.
"Ein wichtiges Argument gegen eine Zinssenkung dürfte die jüngste
Preisentwicklung sein", schreibt Commerzbank-Experte Bernd
Weidensteiner. Im Fokus steht zudem der bald anstehende Wechsel an
der Notenbank-Spitze.
Eine Vielzahl von Unternehmen berichtete am Mittwoch schon vor dem
Börsenstart über ihre Geschäftsentwicklung. Die Aktien von Seagate
steuerten mit einem vorbörslichen Kurssprung von gut
15 Prozent auf ein Rekordhoch zu. Der Hersteller von
Festplattenlaufwerken übertraf sowohl mit den Zahlen für das
vergangene als auch mit dem Ausblick auf das laufende Quartal die
Erwartungen. Ähnlich sah es beim Halbleiterhersteller NXP aus,
dessen Titel mit plus 21 Prozent den höchsten Stand seit ihrem
Rekord im Juli 2024 erreichen würden.
Beim Brennstoffzellen-Spezialisten Bloom Energy
zeichnet sich mit einem Kurssprung von 18 Prozent eine weitere
Rekordjagd ab. Er punktete bei den Anlegern mit einem angehobenen
Jahresumsatzziel.
Die Aktien von Visa verteuerten sich dank
überraschend guter Quartalszahlen um 5,6 Prozent. Zum
Umsatzwachstum, das dem Zahlungsdienstleister zufolge so stark
ausfiel wie seit 2022 nicht mehr, schrieb die US-Investmentbank
Goldman Sachs, Visa habe mehr als die übliche Umsatzüberraschung
geliefert.
Für die Papiere von T-Mobile US ging es um 2,7
Prozent hoch. Die US-Tochter der Deutschen Telekom
gewann im ersten Quartal deutlich mehr neue Kunden hinzu als
erwartet. Für das Jahr ist das Unternehmen hier nun optimistischer
als bisher.
Biogen trotzte einer Senkung der Jahresprognose für
das Ergebnis je Aktie - die nach Verlusten zuletzt stabilisierten
Titel des Biotech-Unternehmens verteuerten sich um weitere 1,6
Prozent.
Dagegen sackten die Aktien von Robinhood um fast 12
Prozent ab. Der Finanzdienstleister verschreckte die Anleger mit
einem 18-prozentigen Anstieg der Ausgaben zum Jahresauftakt.
GE Healthcare droht mit einem Kursrückgang um 6,6
Prozent ein Tief seit April vergangenen Jahres. Der
Medizintechnikkonzern schraubte sein Ziel für das bereinigte
Jahresergebnis je Aktie nach unten. Dass Booking den Jahresausblick
wegen der Auswirkungen des Nahostkonflikts senkte, brockte dem
Betreiber von Online-Reiseportalen ein vorbörsliches Minus von
Prozent ein.
Bei Teradyne zeichnen sich mit fast minus 10 Prozent
weitere Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Rekordhoch ab. Der
Hersteller von Testsystemen für Mikroprozessoren und weiteren
elektronischen Bausteinen konnte die Anleger mit seinem Ausblick
nicht überzeugen./gl/jha/