Aktien Frankfurt: Dax pendelt um 24.000 Punkte - Ölpreisanstieg bremst
Angesichts weiter steigender Ölpreise, einer
Flut an Unternehmenszahlen und der am Abend anstehenden
US-Zinsentscheidung hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch keine
klare Richtung eingeschlagen. Der Dax bewegt sich
zuletzt wenig und pendelte um die stark beachtete Marke von 24.000
Punkten. Inflationsdaten aus Deutschland hatten kaum Einfluss.
Am Nachmittag notierte der Leitindex 0,1 Prozent im Minus bei 24.004
Punkten. Für den MDax mit den mittelgroßen Werten
ging es um 0,1 Prozent auf 30.096 Zähler nach oben. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,2 Prozent.
Aufgrund neuer Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den
Iran legten die Ölpreise deutlich zu. Der Preis für ein Barrel (159
Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni stieg um gut
3 Prozent auf 114,70 US-Dollar. Kurz zuvor hatte Trump angesichts
der schleppenden Verhandlungsfortschritte im Iran-Krieg offenbar
erneut Drohungen ausgesprochen. Bereits zuvor hatten die USA
signalisiert, dass sie an der Seeblockade iranischer Häfen
festhalten würden, um Teherans Ölexporte zu unterbinden und das Land
an den Verhandlungstisch zurückzubringen.
Die Fed wird in einem durch den Iran-Krieg verunsicherten Umfeld
ihre Leitzinsen an diesem Mittwoch wohl zum dritten Mal in Folge
nicht verändern. Die Unsicherheit mit Blick auf die weitere
Geldpolitik ist groß. Entscheidend bleibt der Krieg zwischen den USA
und dem Iran. Eine Öffnung der Straße von Hormus ist weiterhin nicht
in Sicht und könnte auch in den USA die Inflation weiter anheizen
sowie das Wirtschaftswachstum dämpfen.
Auf beiden Seiten des Atlantiks nimmt zur Wochenmitte zudem die
Berichtssaison der Unternehmen mächtig Fahrt auf. In den USA
veröffentlichen am Abend nach dem Börsenschluss in New York mit
Alphabet , Amazon , Meta
und Microsoft gleich vier Unternehmen aus der Gruppe
der sogenannten Glorreichen Sieben ihre Quartalszahlen. In
Deutschland standen allein von den Dax-Werten sechs Quartalsberichte
auf der Agenda.
Der Autobauer Mercedes-Benz hielt trotz der Schwäche
in China den Gewinnrückgang im ersten Quartal überraschend gering.
Der Umsatz fiel angesichts eines rückläufigen Absatzes um knapp 5
Prozent. Das Unternehmen bestätigte die Jahresziele. Für die Aktien
der Stuttgarter ging es um 0,7 Prozent abwärts.
Dagegen kamen die Zahlen der Deutschen Bank trotz
eines Gewinnsprungs nicht gut an. Auf die Aktionäre entfielen im
ersten Quartal unter dem Strich 1,9 Milliarden Euro und damit knapp
acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor und mehr als von Analysten
erwartet. Die Papiere des Geldhauses fielen jedoch um 2,6 Prozent.
Der Sportartikelhersteller Adidas schnitt im ersten
Quartal besser ab als erwartet und bestätigte seinen Jahresausblick.
So stieg der Umsatz um gut 7 Prozent. Das Betriebsergebnis legte
trotz Gegenwind durch Währungseffekte und Zöllen um 15,5 Prozent zu.
Die Adidas-Titel waren mit einem Kursplus von 7,2 Prozent
Spitzenreiter im Dax.
Scout24 überzeugte die Anleger mit starken
Quartalszahlen, zuversichtlichen Aussichten für die weitere
Geschäftsentwicklung und einem beschleunigten
Aktienrückkaufprogramm. Die Titel des Internetportal-Betreibers
kletterten um 3,0 Prozent nach oben.
Der Duftstoff- und Aromenhersteller Symrise sieht
sich nach Umsatzeinbußen zum Jahresstart auf Kurs zu seinen Zielen
für 2026. Organisch sanken die Erlöse im ersten Quartal aber weniger
als von Analysten im Durchschnitt erwartet. Die Aktien stiegen um
4,2 Prozent.
Knappe Triebwerke des Herstellers Pratt & Whitney brockten dem
Flugzeugbauer Airbus einen schwachen Start ins Jahr
ein. Umsatz und Gewinn gingen im ersten Quartal zurück. Dennoch will
Chef Guillaume Faury 2026 so viele Flugzeuge ausliefern wie nie
zuvor und registriert trotz des Iran-Kriegs bisher keine
Abbestellungen. Für die Airbus-Papiere ging es um 3,3 Prozent
aufwärts.
Die Aktien von Fuchs reagierten mit einem Kurssprung
von 8,6 Prozent und einem Sechsmonatshoch auf starke
Quartalskennziffern des Schmierstoffherstellers. Zudem hob Fuchs das
Umsatzziel für das Gesamtjahr 2026 an. Barclays-Analyst Anil Shenoy
sprach von einem deutlich besser als prognostizierten Zahlenwerk.
Den eingetrübten Free-Cashflow-Ausblick bezeichnete er als nicht
überraschend.
Die Papiere von Thyssenkrupp profitierten von der
angekündigten Mehrheitsübernahme von TK Elevator durch den
finnischen Aufzughersteller Kone und schnellten um
9,2 Prozent hoch. Die Transaktion bewertet die ehemalige
Aufzugsparte des Industriekonzerns, an der Thyssenkrupp aber noch
beteiligt ist, mit 29,4 Milliarden Euro inklusive Schulden./edh/jha/