Aktien New York Ausblick: Verhaltener Start mangels Fortschritten im Iran-Krieg
Die US-Börsen dürften nach den jüngsten
Rekorden am Montag erst einmal wenig Dynamik zeigen. Zu Beginn einer
Woche, die neben dem Iran-Krieg auch in puncto Geldpolitik und
Berichtssaison wegweisend werden könnte, warten die Anleger zunächst
einmal ab. Es besteht zwar weiter Hoffnung auf eine Öffnung der
Straße von Hormus, ein diplomatischer Durchbruch ist jedoch über das
Wochenende ausgeblieben.
Eine Stunde vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den
Tech-Auswahlindex Nasdaq 100 0,1 Prozent tiefer auf
27.282 Punkte. Er hatte am Freitag deutlich zugelegt und ebenso wie
der marktbreite S&P 500 seine nächste Bestmarke
aufgestellt. Den Dow Jones Industrial erwartet IG
auch 0,1 Prozent tiefer bei 49.172 Punkten. Für den Leitindex der
Wall Street liegt der Rekord aus dem Februar schon etwas länger
zurück.
US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag eine angekündigte Reise
seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig abgesagt -
zum zweiten Mal in einer Woche. Er begründete dies auch mit einem
inakzeptablen Vorschlag des Irans. Laut dem US-Nachrichtenportal
Axios hatte dieser den Vereinigten Staaten ein neues Angebot für
eine Öffnung der Straße von Hormus vorgelegt. Anleger bleiben aber
auch am Ölmarkt skeptisch.
Was weiter Schlagzeilen macht, ist die im Chipsektor spürbare
KI-Euphorie. Nachdem diese zuletzt Aktien von Firmen wie Texas
Instruments oder Intel erfasst hatte,
springen nun die Qualcomm-Aktien vorbörslich um fast zehn Prozent
hoch. Ein Analyst brachte nach seinen Recherchen eine Zusammenarbeit
von Qualcomm mit dem KI-Plattformbetreiber OpenAI ins
Spiel.
Nach Quartalszahlen legten die Aktien von Verizon
vorbörslich um 2,6 Prozent zu. Der Telekomkonzern übertraf mit dem
bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) moderat die Erwartungen und
hob die Jahreszielspanne für das bereinigte Ergebnis je Aktie
moderat an. Die Konsensschätzung für die Kennziffer liegt am unteren
Ende der bisherigen Zielspanne.
Domino's Pizza dagegen hatte keine erfreulichen
Nachrichten für seine Aktionäre: Eine enttäuschende
Umsatzentwicklung drückte den Kurs der Restaurantkette mit etwa
sieben Prozent ins Minus. Händlern zufolge drückt dies die Sorge der
Anleger vor wachsendem Wettbewerb und konjunkturellen
Herausforderungen aus.
Vorbörslich bewegt wurden noch einige Werte nach
Analystenkommentaren. Bei Nutrien sorgte eine
Barclays-Hochstufung für ein Kursplus von 2,2 Prozent. Analyst
Benjamin Theurer rechnet damit, dass der Iran-Konflikt für
Unternehmen aus dem Düngemittelbereich förderlich bleibt.
Dagegen ging es für Titel von Gartner und GE Vernova
um 1,4 respektive 1,7 Prozent bergab. Für den
Marktforscher Gartner hatte die US-Bank Goldman Sachs ihr Kaufvotum
gestrichen. Bei GE Vernova äußerte sich Exane BNP skeptisch dazu, ob
das Energietechnik-Unternehmen dazu in der Lage ist, den
zurückliegenden Wachstumsschwung beizubehalten./tih/jha/