Aktien Frankfurt: Moderate Gewinne - Dax verteidigt Marke von 24.000 Punkten
Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag von
einem vorsichtigen Optimismus im Nahost-Konflikt und guten Vorgaben
der Überseebörsen Auftrieb erhalten. Laut dem US-Nachrichtenportal
Axios schlug der Iran den Vereinigten Staaten ein neues Angebot für
die Öffnung der für den globalen Öltransport wichtigen Meeresstraße
von Hormus vor.
Der Dax stieg gegen Mittag um 0,5 Prozent auf 24.249
Punkte und hält sich damit zunächst über der 200-Tage-Linie für den
längerfristigen Trend bei aktuell 24.113 Punkten. Für den MDax
mit den mittelgroßen Werten ging es um 0,9 Prozent
auf 30.523 Zähler nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
notierte 0,3 Prozent höher.
"Die Anleger setzen auf ein Ende des Irankriegs, auf starke
Quartalszahlen, die auf die Resilienz der Unternehmen trotz hoher
Energiepreise hindeuten, und auf Notenbanken, die den
Inflationsschub als vorübergehend ansehen und nicht an der
Zinsschraube drehen", kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von
der Consorsbank.
Gut aufgenommene Quartalszahlen des Windkraftkonzerns Nordex
trieben die Aktien auf das höchste Niveau seit dem
Jahr 2002. Zuletzt belief sich das Kursplus auf 9,4 Prozent. Im
bisherigen Jahresverlauf bauten sie damit ihren Kursgewinn auf 69
Prozent aus. Analysten reagierten mit viel Lob für die
Geschäftsentwicklung. Die Profitabilität habe die Erwartungen klar
übertroffen, der Auftragsbestand liege auf Rekordniveau,
kommentierte Richard Dawson von der Berenberg Bank.
Die Siemens-Papiere kletterten auf den höchsten Stand
seit Mitte Februar und gewannen an der Dax-Spitze 3,6 Prozent. Dass
sich die Titel des Technologiekonzerns seit Jahresbeginn schwächer
als jene der Konkurrenz entwickelt haben, hält Analyst Alasdair
Leslie von Bernstein Research für ungerechtfertigt. Er sieht Siemens
in den kommenden Monaten vor einer Neubewertung und Spielraum für
weitere Aktienrückkäufe.
Nach viertägigen Kursverlusten verhalf eine Kaufempfehlung der Bank
of America (BofA) den Aktien der Commerzbank zu einem
Kursgewinn von 1,6 Prozent auf 34,50 Euro. Die Analysten um Tarik El
Mejjad begründeten ihre Hochstufung von "Neutral" auf "Buy" mit der
Attraktivität des Papiers, auch unabhängig von einer möglichen
Übernahme durch die Unicredit . Dabei verwiesen sie
auf das überdurchschnittliche Gewinnwachstum je Aktie.
Dagegen riss ein Pressebericht, dass sich der Energiekonzern Eon
in fortgeschrittenen Gesprächen über den Kauf der
britischen Ovo Energy befindet, die Anleger nicht vom Hocker. Die
Eon-Papiere notierten zuletzt praktisch unverändert. Zwar stünden
die Unternehmen kurz vor einer Vereinbarung, ein Scheitern sei aber
noch möglich, berichtete der Nachrichtensender Sky am Samstag unter
Berufung auf Industriekreise./edh/stk