Vorsichtiger Optimismus im US-iranischen
Verhandlungspoker mit Blick auf die Straße von Hormus sowie gute
Vorgaben von den Überseebörsen dürften dem deutschen Aktienmarkt zum
Wochenauftakt positive Impulse verleihen. Der X-Dax
als außerbörslicher Indikator für den Dax
signalisierte eine Stunde vor dem Xetra-Start ein Plus von 0,2
Prozent auf 24.173 Punkte.
Nach der schwachen Vorwoche, in der der Dax zeitweise unter die
Marke von 24.000 Punkten gerutscht war, sollte er sich nun erst
einmal über der 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend halten
können. Diese verläuft aktuell bei 24.114 Punkten.
Laut der US-amerikanischen Nachrichten-Website Axios hat der Iran
den Vereinigten Staaten ein neues Angebot für die Öffnung der für
den globalen Öltransport wichtigen Meeresstraße von Hormus
vorgeschlagen. Dies stützt die Märkte etwas, auch wenn der Ölpreis
weiter auf hohem Niveau bleibt. Öl der Nordseesorte Brent kostete
zuletzt etwas über 107 Dollar je Fass.
Treiber für die Aktienmärkte weltweit bleibt zudem das Boomthema
Künstliche Intelligenz. In den USA hatten vor dem Wochenende die
Indizes an der Nasdaq-Börse sowie der marktbreite S&P 500
Rekorde aufgestellt. In Asien stieg der japanische
Nikkei-225 am Montag erstmals über die
Marke von 60.000 Punkten. Auch der Kospi-Index in Korea kletterte so
hoch wie nie zuvor.
Unter den Einzelwerten könnten die Aktien von Nordex
im Anlegerfokus stehen. Der Windanlagenbauer steigerte den Umsatz im
ersten Quartal um elf Prozent. Das operative Ergebnis (Ebitda) legte
sogar um fast zwei Drittel zu. Die entsprechende Marge lag damit bei
8,2 Prozent, also 2,7 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor.
Analysten hatten im Schnitt bei allen Kennziffern weniger auf dem
Zettel. "Auf den ersten Blick ein starkes Ergebnis", urteilte ein
Händler am Morgen. Doch die Aktie habe bereits eine gute Entwicklung
hinter sich. Auch angesichts des negativen Free Cashflow könnte es
im weiteren Verlauf zu Gewinnmitnahmen kommen, hieß es weiter.
Die Privatbank Berenberg hat die Aktien von Sartorius
von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 215 auf 250
Euro angehoben. Analyst Harry Gillis sieht beim Laborkonzern
inzwischen ein positives Verhältnis von Chancen zu Risiken. Die
Bewertung sei zwar immer noch hoch, dürfte aber angesichts der nun
zu erwartenden Dynamik ignoriert werden, schrieb er.
Der Energiekonzern Eon befindet sich einem
Pressebericht zufolge in fortgeschrittenen Gesprächen über den Kauf
von Ovo Energy. Die Struktur des möglichen Geschäfts sei unklar,
berichtete der Nachrichtensender Sky am Samstag unter Berufung auf
Industriekreise. Zwar stünden die Unternehmen kurz vor einer
Vereinbarung, ein Scheitern sei aber noch möglich. Eine Kombination
beider Unternehmen würde in Großbritannien einen Gas- und
Elektrizitätsanbieter mit mehr als 9,5 Millionen Kunden schaffen.
Die Eon-Aktie war im vorbörslichen Handel unauffällig./edh/stk