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Deutsche Börse-News: "Firmenbonds rücken in den Fokus"

Die geopolitischen Spannungen prägen weiter das Geschehen an den Märkten. Am Anleihemarkt reagieren Anlegerinnen und Anleger inzwischen jedoch gelassener. Interesse gilt Unternehmensanleihen.

24. April 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Die Hoffnungen auf ein zeitnahes Ende des Iran-Konflikts haben sich in dieser Woche nicht erfüllt. "Das Auf- und Ab an den Anleihemärkten hält an. Geopolitische Risiken haben die Kapitalmärkte fest im Griff", erklärt Ilona Korsch von Hauck Aufhäuser Lampe. Weil die Lage an der Straße von Hormus weiter verfahren bleibt, sind die Renditen tendenziell wieder etwas gestiegen. Zweijährige Bundesanleihen rentieren aktuell mit 2,59 Prozent, nach 2,51 Prozent am vergangenen Freitag. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen war kurzzeitig auf 2,94 Prozent gerutscht, sie notiert jetzt mit 3,03 Prozent aber wieder auf dem Niveau der Vorwoche.

"Abwarten bleibt Trumpf"

Das Ausmaß der Kursschwankungen ist aber spürbar gesunken. "Es scheint so, dass die Marktakteure insgesamt deutlich weniger nervös auf die volatile Nachrichtenlage im Nahen Osten reagieren als noch vor einigen Wochen", sagt Elmar Völker von der LBBW. Das liegt seiner Ansicht nach auch daran, dass "die Gefahr abrupter geldpolitischer Anpassungen seitens der großen Notenbanken gesunken ist". Bei den in der kommenden Woche anstehenden Sitzungen der EZB und der Fed sowie der Zentralbanken Japans und Großbritanniens dürfte demnach das Motto "Abwarten bleibt Trumpf" gelten.

Laut Völker gilt eine unmittelbar bevorstehende geldpolitische Straffung inzwischen für alle großen Notenbanken als sehr unwahrscheinlich. EZB-Präsidentin Lagarde hatte jüngst erklärt, man brauche "mehr Daten", um geldpolitische Implikationen aus dem Iran-Krieg abzuleiten. Robert Greil sieht das ähnlich. Der Chefstratege von Merck Finck rechne sowohl von Seiten der Fed als auch der EZB "mehr mit sorgenvollen Worten als mit Taten".

Anleihen der Deutschen Bahn gefragt

In diesem Umfeld werden Bundesanleihen und US-Treasuries "je nach Nachrichtenlage in beide Richtungen gehandelt", wie Raffaele Antacido von der ICF Bank berichtet. Im Segment der Unternehmensanleihen sieht es bei der nur noch bis November laufenden Anleihe von BMW Finance (XS2625968693) genauso aus. Gute Nachfrage meldet der Händler hingegen für den mit 2,8 Prozent rentierenden Bond der Deutschen Bahn (XS1045386494) mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2029. Abgaben sieht Antacido bei der 2032 fälligen Anleihe von Heidelberg Materials (XS2577874782), die aktuell eine Rendite von 3,4 Prozent verspricht.

Stark im Fokus steht aktuell auch die bis 2029 laufende Anleihe von Formycon (NO0013586024), deren Kurs auf Monatssicht von rund 83 Prozent auf über 97 Prozent geklettert ist. Das Unternehmen hat mit seinen 2025er-Zahlen und dem Ausblick auf das laufende Jahr viele Anlegerinnen und Anleger wohl überzeugen können. "Die Anleihe ist daraufhin gesucht", erklärt Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Trotz des starken Kursanstiegs rentiert der Bond immer noch mit gut 10 Prozent. Eine ähnliche Konstellation liefert Homann Holzwerkstoffe. Auch hier meldet der Händler nach Vorlage aktueller Ergebnisse Käufe in einer bis 2032 laufenden Anleihe (NO0013536169). Die bietet aktuell eine Rendite von 7,4 Prozent.

Von Thomas Koch, 24. April 2026 © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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