Umfrage: Rentenstreit sorgt für Angst vor Altersarmut
Die Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die gesetzliche Rentenversicherung werde künftig "allenfalls noch die Basisabsicherung" für das Alter sein, ruft bei 69 Prozent der Deutschen Sorgen vor Altersarmut hervor. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Portals "web.de News", die den Angaben zufolge repräsentativ ist. Nur 23 Prozent äußerten keine Sorgen, acht Prozent waren unentschieden.
Besonders hoch ist die Sorge bei 18- bis 29-Jährigen sowie 40- bis 49-Jährigen (jeweils 77 Prozent) und bei Menschen mit Kindern im Haushalt. Bei Befragten mit Kindern im Haushalt fällt der Anteil mit 77 Prozent deutlich höher aus als bei denen ohne Kinder (67 Prozent).
Klare Mehrheit gegen Rente als Basisabsicherung
Der Renten-Vorstoß des Bundeskanzlers beunruhigt über die Parteigrenzen hinweg. Nur bei Unionsanhängern liegt der Anteil der besorgten Stimmen unter der 50-Prozent-Marke (46 Prozent). Am stärksten ausgeprägt sind die Sorgen bei Anhängern der Linken (91 Prozent), des BSW (85 Prozent) und der AfD (80 Prozent).
Zugleich lehnt eine klare Mehrheit von 70 Prozent das Konzept der Rente als Grundabsicherung ab. Nur 19 Prozent halten den Vorschlag für sinnvoll. Besonders groß ist die Ablehnung bei den 18- bis 29-Jährigen sowie den 40- bis 49-Jährigen (jeweils 79 Prozent).
Für die Untersuchung wurden den Angaben zufolge am Mittwoch und Donnerstag online rund 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger befragt, die mindestens 18 Jahre alt sind.
Empörung bei der SPD
Die SPD hatte mit scharfer Kritik auf Merz' Äußerung reagiert. SPD-Chefin Bärbel Bas sah sich im "Spiegel" zu der Klarstellung veranlasst: "Eine ordentliche Rente nach einem Leben voller Arbeit ist eine Frage der Leistungsgerechtigkeit." SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf kündigte dort an: "Wenn der Bundeskanzler die gesetzliche Rente auf eine "Basisrente" herunter rasieren will, wird er auf den erbitterten Widerstand der Sozialdemokratie treffen."
Auch aus den eigenen Reihen kam Gegenwind. Der Chef des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, forderte den Bundeskanzler auf, die Bürger in den Debatten um die anstehenden Sozialreformen nicht weiter zu verunsichern. "Wir müssen aufhören, den Menschen Angst zu machen", sagte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)./dmo/DP/jha
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