AKTIEN IM FOKUS: US-Softwareaktien sacken ab - Sorgen mit voller Wucht zurück
Aktien aus dem US-Softwaresektor haben am Donnerstag in teils heftigem Ausmaß unter alten und neuen Sorgen gelitten. Zu den schön länger spürbaren Bedenken rund um die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Geschäftsmodelle gesellten sich nun noch neue Befürchtungen hinsichtlich einer bremsenden Wirkung des Iran-Krieges.
Die Titel von ServiceNow
Die Sorgen mischten sich mit den KI-Bedenken, die viele Sektorwerte
in den vergangenen Monaten schon belastet hatten. Ein
Erholungsversuch, der bislang im April stattgefunden hatte, erlitt
auch bei anderen Branchenwerten einen deutlichen Rückschlag. Die
Aktien von Microsoft
Mark Murphy von der US-Bank JPMorgan sah zwar kein großes Thema im ersten Quartal und dem Jahresausblick von ServiceNow, aber in den Zielen für das zweite Jahresviertel. Die Enttäuschung über diese müsse vor dem Hintergrund der jüngsten Erholung gesehen werden, hieß es von dem Analysten. Etwa ein Viertel hatten die ServiceNow-Titel seit Ende März wieder an Boden gut gemacht - allerdings auch ausgehend von ihrem tiefsten Stand seit drei Jahren, der davor erreicht worden war.
Das Wachstum der sogenannten währungsbereinigten verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) aus eigener Kraft werde im zweiten Quartal auf lediglich rund 17,3 Prozent prognostiziert, fuhr Murphy fort. Es erscheine damit unwahrscheinlich, dass der 20-Prozent-Bereich erreicht werde, den der Experte als psychologisch wichtige Wachstumsschwelle bezeichnete. Eine gewisse Verlangsamung sei zwar eingepreist. "Doch die Anleger sind aufgrund der disruptiven KI-Prozesse nervös, die Volatilität bleibt also hoch", so der Experte.
Brad Zelnick von der Deutschen Bank hatte im Vorfeld des Quartalsberichtes schon gesagt, dass es dem Management von ServiceNow schwerfallen dürfte, die Bedenken hinsichtlich der mittelfristigen KI-bedingten Umwälzungen auszuräumen. Für das erste Quartal vermeldete das Unternehmen nun einen Anstieg der Abonnementumsätze um 22 Prozent, ergänzte aber, ohne den Nahost-Effekt wäre diese Rate um einen Prozentpunkt höher gewesen.
Führende Softwareunternehmen wie ServiceNow sehen sich schon länger mit Skepsis konfrontiert, ob sie im Zeitalter von KI erfolgreich bleiben. 2026 ziehen sich hohe Jahresverluste durch die ganze Branche. Microsoft steht in diesem Jahr mit einem Rückschlag um 13 Prozent noch relativ gut da, doch bei Adobe und Salesforce beträgt das Jahresminus aktuell wieder etwa ein Drittel. ServiceNow und Workday haben jetzt sogar deutlich mehr als 40 Prozent verloren.
In Deutschland verstärkten auch die SAP-Aktien
ISIN US79466L3024 DE0007164600 US5949181045 US68389X1054 US81762P1021
AXC0282 2026-04-23/18:29
Relevante Links: SAP SE, Microsoft Corp., Oracle Corporation, Salesforce.com Inc., ServiceNow Inc., Workday Inc., Adobe Inc.