Wiener Börse (Mittag) - ATX verliert 0,41 Prozent / Weiter anziehende Rohölpreise belasten europaweit die Aktienkurse
Die Wiener Börse hat sich am Donnerstag im Mittagshandel mit einer etwas schwächeren Tendenz gezeigt. Der Leitindex ATX gab 0,41 Prozent auf 5.785,87 Punkte nach. Auch an den wichtigsten europäischen Börsen ging es mit den Aktienkursen bergab.
Experten verwiesen vor allem auf die weiter steigenden Rohölpreise als Belastungsfaktor. Inflations- und Konjunkturrisiken nehmen zu, Aktien werden in diesem Umfeld gemieden. Die Stimmung an den Finanzmärkten sei zudem geprägt von Verunsicherung und Anspannung. Meldungen zum Nahost-Konflikt sind weiterhin marktbestimmend, schrieben die Helaba-Analysten. Zudem gab es am Vormittag negative Konjunkturnachrichten aus dem Euro-Raum und aus Deutschland.
Am heimischen Aktienmarkt lag auf Unternehmensebene noch eine recht dünne Meldungslage vor. Es wurden jedoch drei neue Analystenmeinungen publik. Die Experten der Erste Group haben ihr Kursziel für die Aktien der Andritz von 71,9 auf 86,0 Euro nach oben gesetzt. Die Kaufempfehlung "Buy" für die Titel des Anlagenbauers wurde bestätigt. Andritz-Papiere gewannen 0,7 Prozent auf 69,0 Euro.
Zudem meldete Andritz eine Großauftrag im unteren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich für eine Papiermaschine in Afrika. Das Unternehmen liefere im Auftrag von General Emballage eine komplette Produktionslinie für ein neues Werk im algerischen Naama. Die Anlage umfasse den gesamten Herstellungsprozess von der Altpapieraufbereitung bis zur fertigen Papierrolle und sei die "größte Papiermaschine Afrikas".
Die deutsche Bank revidierte ihr Kursziel für die Verbund-Aktie leicht von 56 auf 55 Euro nach unten. Hier lautet das Votum unverändert auf "sell". Die Papiere des Energieversorgers tendierten ebenfalls mit plus 0,7 Prozent auf 64,55 Euro.
Die Analysten von Deutsche Bank Research haben zudem ihr Anlagevotum "Hold" für die Aktien der Telekom Austria nach der jüngsten Zahlenvorlage des Konzerns unverändert belassen. Das Kursziel wird weiterhin mit 11,40 Euro beziffert. Bei der Telekom-Aktie gab es ein Minus von 0,3 Prozent auf 9,77 Euro zu sehen.
Unter den schwergewichteten Banken fielen Erste Group um 1,7 Prozent und die Aktionäre der Raiffeisen Bank International mussten ein Minus von 1,6 Prozent verbuchen. BAWAG-Titel legten hingegen 1,3 Prozent zu. Beim Stahlunternehmen voestalpine ging es 2,4 Prozent abwärts.
Agrana hat die Übernahme des slowenischen Lebensmittelherstellers Mercator-Emba abgeschlossen. Seitens der Wettbewerbsbehörden gab es für den Zukauf unlängst grünes Licht, teilte der Lebensmittelkonzern mit. Spezialisiert ist die übernommene Firma, die gut 100 Mitarbeitende beschäftigt und zuletzt einen Jahresumsatz von 30 Mio. Euro erwirtschaftete, unter anderem auf die Herstellung von Instant-Kakao-Produkten, Sirupen und Dessert-Toppings. Die Produkte werden vorwiegend nach Zentral-, Süd-und Osteuropa geliefert. Die Agrana-Anteilsscheine gewannen 0,9 Prozent.
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