ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Gewinne - Nasdaq 100 dominiert mit Rekordhoch
Trotz der weiter unklaren Lage im Iran-Krieg
sind die Kurse am Mittwoch an den US-Börsen wieder gestiegen. Auch
wenn beide Seiten weiter mit gegenseitigen Vorwürfen auffielen,
zeigten sich die Anleger ermutigt davon, dass US-Präsident Donald
Trump die Feuerpause verlängerte. Sie mussten auch eine Reihe neuer
Geschäftszahlen von Unternehmen auswerten.
Vor allem der Technologiesektor hat es den Anlegern derzeit wieder
angetan, wie der Nasdaq 100 mit einem erneuten Rekord
zeigte. Der stark auf die Tech-Branche konzentrierte Leitindex legte
am Ende um 1,73 Prozent auf 26.937,28 Punkte zu. Laut Händlern
setzten Anleger vor allem auf mögliche Gewinner der KI-Euphorie.
Der marktbreite S&P 500 stand seinem nächsten Rekord
bis auf wenige Punkte nahe, indem er um 1,05 Prozent auf 7.137,90
Zähler zulegte. Der Dow Jones Industrial wahrte
hingegen noch eine gewisse Distanz zum Höchststand, der bei dem
Leitindex der Wall Street noch aus dem Februar stammt. Er legte am
Mittwoch um 0,69 Prozent auf 49.490,03 Punkte zu.
Trump will der iranischen Führung wenige Tage Zeit geben, um sich
auf einen geeinten Vorschlag zur Beilegung des Krieges zu
verständigen. Er sei bereit, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu
verlängern, hieß es in Medienberichten. Der New York Post sagte der
US-Präsident, dass eine zweite Gesprächsrunde möglicherweise am
Freitag stattfinden könnte.
"Die politische Lage ist also nicht bereinigt, wird aber an den
Börsen derzeit eher als beherrschbar denn als eskalierend
angesehen", schrieben am Mittwoch die Experten des
Bernecker-Aktionärsbriefs. Nach ihrer Einschätzung bleiben die USA
bei der Aktienrally weiterhin tonangebend, weil sich dort
KI-Fantasie und Gewinnpotenziale im Technologiesektor mit hohen
Indexgewichtungen großer Wachstumswerte paarten.
Zahlenvorlagen waren am Mittwoch für viele Einzelwerte maßgeblich.
Im Dow waren die Boeing -Titel mit einem Anstieg um
5,5 Prozent eine wichtige Stütze. Der Flugzeugbauer meldete nach
Jahren der Krise für das erste Quartal einen Umsatzanstieg und
zugleich geringere Verluste im Vergleich zum Vorjahr. Er bremste
zudem dank steigender Auslieferungen den Barmittelabfluss.
Noch euphorischer waren die Reaktionen bei GE Vernova
: Nachdem der Energieanlagenbauer im ersten Quartal
von einer starken Nachfrage profitiert hatte und geprägt vom
Rechenzentren-Bedarf seine Jahresziele anhob, schnellte der Kurs um
14 Prozent auf ein Rekordniveau nach oben.
United Airlines hatte hingegen keine guten
Nachrichten, der Kurs sank nach der gesenkten Jahresgewinnprognose
um 5,6 Prozent. Neben anderen Fluggesellschaften wurde die ganze
Reisebranche in Mitleidenschaft gezogen. Titel des Buchungsportals
Booking fielen im Nasdaq 100 um sechs
Prozent.
AT&T überraschte im ersten Quartal zwar positiv,
woraufhin sich der Kurs nach schwächerem Start mit 0,4 Prozent ins
Plus mühte. Bei T-Mobile US ging es im Nachgang der
Berichte vom Vortag, dass der Mutterkonzern Deutsche Telekom
über eine Kombination mit der US-Tochter nachdenke,
nochmals um 3,3 Prozent bergab.
Die "Magnificent 7", die sieben bedeutendsten Tech-Werte, lagen alle
im Plus. Bei Apple hatten die Anleger den ersten
Schrecken des am Vortag vermeldeten Chefwechsels verdaut, hier legte
der Kurs am Mittwoch mit 2,6 Prozent am deutlichsten zu. Die
Vortagsverluste wurden damit wieder ausgeglichen.
Die Titel des Google -Mutterkonzerns Alphabet
gewannen nach der Vorstellung eines neuen
Tensor-Prozessors, der KI-Computing-Dienste effizienter machen soll,
mehr als zwei Prozent. Tesla stiegen mit 0,3 Prozent
am wenigsten. Nach Börsenschluss wurden die Resultate des
Elektroautobauers erwartet.
Der Tabakkonzern Philip Morris übertraf mit seinem
Quartalsbericht die Erwartungen deutlich. Die Aktien gewannen sieben
Prozent. Anteilscheine des Softwarekonzerns Adobe
stiegen nach der Ankündigung von Aktienrückkäufen um 3,5
Prozent./tih/he