Europas Aktienmärkte haben am
Dienstag leicht zugelegt und sich damit von den Vortagesverlusten
etwas erholt. Zu stärkeren Gewinnen reichte es allerdings nicht. "Am
Mittwochabend Washingtoner Zeit läuft die Feuerpause aus - dass
Donald Trump eine Verlängerung ohne handfesten Deal als 'sehr
unwahrscheinlich' tituliert, trägt nicht gerade zur Beruhigung bei",
hieß es in einer Einschätzung des Analysedienstes Index-Radar.
Andererseits stützten die rückläufigen Ölpreise und Hoffnungen auf
neue Gespräche zwischen Iran und den USA. Der iranische
Außenminister Abbas Araghtschi hatte den USA zwar Vorwürfe gemacht,
eine neue Verhandlungsrunde aber nicht explizit ausgeschlossen.
Der EuroStoxx 50 , der Leitindex der Euroregion, legte
am Mittag um 0,46 Prozent auf 6.010,40 Punkte zu. Außerhalb des
Euroraums verlor der Schweizer SMI 0,11 Prozent auf
13.269,09 Zähler. Der britische FTSE 100 zog um 0,12
Prozent auf 10.622,02 Punkte an.
Die Veränderungen der Einzelsektoren waren überschaubar und bewegten
sich im Nachkommabereich. Stärkster Verlierer waren die
Nahrungsmittelwerte. Hier standen Aktien von AB Foods
unter Druck und verloren 3,4 Prozent. Nach monatelangen Erwägungen
hatte der Mischkonzern seine Aufspaltung beschlossen. Die Briten
wollen die Modekette Primark nun definitiv von ihren
Lebensmittelaktivitäten abspalten. Künftig sollen beide Unternehmen
separat an der Börse gelistet werden. Derweil hatte das schwierige
wirtschaftliche Umfeld AB Foods in seinem ersten Geschäftshalbjahr
einen kräftigen Gewinnrückgang eingebrockt.
Im Rüstungssektor gaben Thales nach Umsatzzahlen zum
ersten Quartal um über vier Prozent nach. Die Analysten von JPMorgan
sprachen von einer durchwachsenen Entwicklung. Aktien der ebenfalls
im Rüstungssegment tätigen französischen Safran
sanken um 2,5 Prozent. Das Analysehaus Jefferies hatte den Wert von
"Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 350 auf 310 Euro
gesenkt.
Besser lagen dagegen die Technologiewerte im Rennen. ASML
profitierten von guten Vorgaben aus Fernost, wo
Halbleiterwerte gefragt waren. SAP setzten ihre
Erholungsbewegung mit einem Prozent Gewinn fort./mf/nas