ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste wegen Rückschlag für Nahost-Hoffnungen
Europas Aktienmärkte haben am Montag
einen Teil ihrer satten Freitagsgewinne wieder abgegeben. Die
Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs bekam einen Rückschlag, weil
die am Freitag vom Teheran verkündete Öffnung der Straße von Hormus
nur von kurzer Dauer war. US-Präsident Donald Trump bezeichnete es
als "sehr unwahrscheinlich", dass die am Mittwoch auslaufende
Waffenruhe verlängert wird.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 1,24
Prozent niedriger bei 5.982,63 Punkten. Seine Rückkehr über die
6.000-Punkte-Marke, die am Freitag erstmals seit Anfang März wieder
gelungen war, erwies sich als kurzer Abstecher. Außerhalb des
Euroraums verlor der schweizerische SMI 1,06 Prozent
auf 13.284,22 Zähler. Der britische FTSE 100 gab mit
minus 0,55 Prozent auf 10.609,08 Punkte etwas moderater nach.
Steigende Ölwerte minderten in London den Abwärtsdruck.
Der Fortgang von Verhandlungen zwischen Washington und Teheran
bleibt offen, denn aus dem Iran hieß es, man habe noch keine
Entscheidung über eine Teilnahme getroffen. Die Seeblockade der
US-Streitkräfte vor der Straße von Hormus ist nach iranischen
Angaben eine Hürde für weitere Gespräche. Trump machte in diesem
Punkt klar, an der Blockade des wichtigen Transportwegs festhalten
zu wollen, bis es eine Einigung gibt.
Der Sektorindex der europäischen Öl- und Gaswerte dominierte die
kurze Gewinnerliste mit einem Kursanstieg um 1,6 Prozent. Unter den
Einzelwerten legten BP , Shell , Eni
und Totalenergies um bis zu 2,5
Prozent zu. Fast mithalten konnte in der Branchentabelle der Index
der Telekomwerte, die von Anlegern für ihren defensiven Charakter
geschätzt werden.
Wieder einmal kräftig leiden mussten dagegen die Titel aus dem
Reisesektor, zumal Fluggesellschaften unter den hohen
Treibstoffkosten besonders stark ächzen. Titel von Air France-KLM
, IAG und Easyjet
verloren bis zu 2,6 Prozent. Auch Aktien aus den Banken- und
Autosektoren waren unter den kräftigsten Verlierern.
Im Bankensektor büßten Unicredit mit minus 5,3
Prozent besonders viel ein. In einer Präsentation halten die
Italiener den Übernahmekampf um die Commerzbank mit
grundsätzlicher Kritik am Geschäftsmodell des Dax-Konzerns am Leben.
Bei den Titeln des Frankfurter Bankhauses ging es vor diesem
Hintergrund um 1,2 Prozent nach oben.
Während die britische Barclays Bank die Titel der Commerzbank hoch-
und die Konkurrentin Deutsche Bank abstufte, vergibt
die Analystin Flora Bocahut nun auch der schweizerischen Großbank
UBS mit "Equal Weight" ein besseres Votum, was den
Abwärtsdruck der Aktien aber nur etwas auf ein Prozent milderte. In
der Schweiz setzt die Expertin vor allem auf ihre frische
Kaufempfehlung Julius Bär , deren Aktien um 0,9
Prozent zulegten.
Astrazeneca , die um 0,9 Prozent nachgaben, hielten
sich geringfügig besser als der Gesamtmarkt. Der Pharmakonzern
teilte mit, er habe mit dem Lungenmittel Tozorakimab in seiner
zulassungsrelevanten Phase-III-Studie die Endpunkte erreicht. So
hieß es, dass eine signifikante Verringerung der jährlichen Rate
plötzlicher Krankheitsverschlimmerungen bei Patienten mit chronisch
obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) erreicht worden sei./tih/he