Börsen legen nach Hormuz-Öffnung stark zu - Rohölpreise brechen ein / Euro-Stoxx-50 gewinnt 1,7 Prozent, ATX 1,3 Prozent - Auch Euro und Anleihen legen deutlich zu - Rohölpreise und Ölaktien unter Druck, Preis für Brent-Öl fiel zuletzt um fast 10 Prozent
Die Börsen in Europa und den USA haben am Freitag mit deutlichen Gewinnen auf die Meldung über die Öffnung der Straße von Hormuz für den Handelsverkehr reagiert, die Rohölpreise brachen hingegen massiv ein. Der Eurozonenleitindex Euro-Stoxx-50 stieg bis 15.45 Uhr um 1,73 Prozent auf 6.035,67 Punkte. Der deutsche DAX legte 1,9 Prozent zu. Der österreichische ATX gewann 1,3 Prozent. Auch die US-Börsen reagierten im Frühhandel positiv, der Dow Jones stieg zuletzt um 1,1 Prozent.
Die Gewinne an den Börsen zogen sich quer durch fast alle Branchen. Zu den größten Gewinnern zählten dabei Titel von Unternehmen aus der Reisebranche. Hier dürften sich die Aktionäre Hoffnung auf eine Entspannung bei der Treibstoffknappheit machen. Deutliche Zuwächse verzeichneten auch die Papiere energieintensiver Industriewerte sowie andere konjunktursensible Werte, wie etwa aus der Banken- oder der Baubranche. Stark nach unten ging es hingegen mit den Gas- und Ölpreisen und damit auch mit den Aktien von Ölkonzernen.
Ölpreise und Aktien von Ölfirmen geben stark nach, Euro und Anleihen profitieren
Der Preis für die wichtige Referenzölsorte Brent fiel zuletzt um 9,6 Prozent auf 88,74 US-Dollar je Fass. Die faktische Blockade der Straße von Hormuz hatte den Brent-Preis im März zeitweise bis auf knapp 120 Dollar je Barrel getrieben. An den Aktienbörsen verloren die Papiere großer Ölkonzerne wie BP, ENI, Shell oder TotalEnergies zuletzt zwischen 5 und 7 Prozent. In Wien büßten die Titel der OMV 4,3 Prozent ein.
Der Euro reagierte indes mit deutlichen Gewinnen auf die Hormuz-Öffnung. Die Gemeinschaftswährung stieg zeitweise über 1,1840 US-Dollar, nachdem sie vor der Meldung noch knapp unter 1,18 Dollar gelegen war. Auch die Kurse von Staatsanleihen gewannen. Der deutsche Bund-Future stieg zuletzt um rund 0,7 Prozent. Der Einbruch der Ölpreise dämpfte die Ängste vor Inflation und gegensteuernden Zinserhöhungen, wovon wiederum Anleihen profitierten. An den Terminmärkten wurden die Wetten auf steigende Zinsen im Euroraum etwas zurückgenommen, wobei bis Ende des Jahres nur noch eine Zinsanhebung vollständig eingepreist wird.
Der Iran hat die Straße von Hormuz für die restliche Dauer der Waffenruhe im Libanon wieder vollständig für die Handelsschifffahrt freigegeben. Dies teilte der iranische Außenminister Abbas Araghchi am Freitag auf der Kurznachrichtenplattform X mit. Die Durchfahrt aller kommerziellen Schiffe erfolge auf einer koordinierten Route, die bereits von der iranischen Hafen- und Schifffahrtsbehörde bekanntgegeben worden sei, erklärte er weiter.
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