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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX fest, Iran öffnet Straße von Hormuz / AT&S weiter im Höhenflug, Deutsche Bank hebt Kursziel zum zweiten Mal in einer Woche an

Positive Signale aus dem Nahen Osten haben den Anlegern am Wiener Aktienmarkt vor dem Wochenende neuen Elan verliehen. Wie der iranische Außenminister auf X mitteilte, sei die Straße von Hormuz nun für die Dauer der Waffenruhe im Libanon für kommerzielle Schifffahrt geöffnet.

Nach einem bis dahin lustlosen Handelsverlauf zog der ATX darauf um 1,24 Prozent auf ein neues Rekordhoch bei 5.938 Punkte an. Den bisherigen Wochenzuwachs baute der Leitindex so auf gut zwei Prozent aus. Für den ATX Prime ging es am Freitag um 1,3 Prozent auf 2.937 Zähler nach oben. Das europäische Umfeld zeigte sich ebenfalls klar im Plus. Der Brent-Preis für den Liefermonat Juni, der am Vorabend wieder bis knapp an die Marke von 100 US-Dollar gestiegen war, sackte inzwischen auf unter 90 US-Dollar je Barrel ab.

Aus charttechnischer Sicht spreche beim ATX aktuell wenig gegen eine Fortsetzung des Aufwärtstrends, erklärte Erste-Group-Analyst Christoph Schultes. Demnach könnte der ATX bereits kommende Woche die Marke von 6.000 Punkten in Angriff nehmen. Auch auf fundamentaler Ebene dürfte die kommende Woche richtungsweisend werden, wenn das ATX-Schwergewicht BAWAG sowie Unternehmen aus der Telekombranche mit ihren Zahlen die heimische Berichtssaison einleiten.

Bei den Wiener Einzelwerten zogen einmal mehr AT&S die Aufmerksamkeit auf sich. Die Titel des steirischen Leiterplattenherstellers kennen seit Tagen kein Halten mehr und verteuerten sich am Berichtstag noch einmal um fast 14 Prozent auf 85,00 Euro. Allein in dieser Woche erhöhte sich der Aktienkurs um über ein Fünftel, während sich der Gewinn seit Jahresbeginn auf gut 160 Prozent beläuft. Seit dem Mehrjahrestief von Ende 2024 hat sich der Aktienkurs sogar mehr als verachtfacht.

Zu einem freundlichen Branchenumfeld gesellten sich für AT&S vor dem Wochenende positive Impulse von Analystenseite. So hob die Deutsche Bank ihr Kursziel für die Titel bereits zum zweiten Mal in dieser Woche an, diesmal von 82 auf 100 Euro. Analyst George Brown verwies auf die Nachfragedynamik durch agentische KI, wobei sich AT&S in der Branche in einer einzigartigen Position befinde. Denn während der Mitbewerb weiterhin mit Kapazitätsengpässen zu kämpfen habe, werden die Auslastungsraten in den bestehenden AT&S-Werken voraussichtlich rasch steigen, so Brown.

Ganz unten im Leitindex rangierten inzwischen die OMV-Aktien, die angesichts niedrigerer Ölpreise 3,7 Prozent einbüßten. Auch Verbund fielen belastet von fallenden Energiepreisen um 2,9 Prozent. Um bis zu 4,6 Prozent fester tendierten hingegen energieintensive Industriewerte wie Wienerberger und voestalpine, während Do&Co um 3,5 Prozent anzogen.

Für die Erste Group wurde seitens der Deutschen Bank das Kursziel von 115 auf 117 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Analystin Marlene Eibensteiner erwartet einen soliden Jahresstart. Die Aktien notierten zwei Prozent fester bei 107,40 Euro.

SBO fielen um 1,1 Prozent auf 36,10 Euro. Analyst Alexander Zienkowicz von MWB Research sieht angesichts des jüngsten Kursanstiegs nur noch ein eingeschränktes Aufwärtspotenzial. Er stufte SBO daher auf "Hold" ab und hielt an seinem Kursziel bei 39,00 Euro fest.

Zudem bestätigte Barclays "Overweight" und Kursziel von 50 Euro für die voestalpine-Aktien. Die Analysten rechnen für das Schlussquartal 2025/26 mit einem soliden Ergebnis, wobei das EBITDA aber leicht unter dem Mittelwert der Prognose liegen dürfte. voestalpine gewannen 3,3 auf 43,08 Euro.

spa/mik

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