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Kartellamt: 'Rheinische Post' darf westfälische Zeitungen übernehmen

Die geplante Übernahme der Westfälische Medien Holding AG ("Westfälische Nachrichten", "Westfalen-Blatt") durch die Rheinische Post Mediengruppe in Düsseldorf ist freigegeben. Das Vorhaben sei aus wettbewerblicher Sicht unbedenklich, da sich die Verbreitungsgebiete der beteiligten Verlage nicht überschneiden würden, sagte der Präsident des Bundeskartellamtes Andreas Mundt laut einer Mitteilung. "Die Unternehmen stehen daher weder auf den Lesenden- noch auf den relevanten Anzeigenmärkten in direktem Wettbewerb."

Mit dem Kauf will die "Rheinische Post" zur auflagenstärksten Tageszeitungs-Verlagsgruppe im Heimatmarkt Nordrhein-Westfalen aufsteigen. Die beteiligten Unternehmen hatten ihre Pläne Anfang März bekanntgegeben. Demnach erhalten die Düsseldorfer sämtliche Aktien der Westfälischen Medien Holding AG (WMH). Über Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

Die "Westfälischen Nachrichten" mit Sitz in Münster und das "Westfalen-Blatt" in Bielefeld hatten sich 2019 zusammengeschlossen und ihre Medienaktivitäten im Münsterland und in Ostwestfalen unter dem gemeinsamen Dach der WMH gebündelt. Die WMH gibt auch die "Münstersche Zeitung", das "Westfälische Volksblatt" und die "Allgemeine Zeitung Coesfeld" heraus.

Wachstumspotenzial im Digitalgeschäft

Vor allem im Digitalbereich biete der größere Verbund zusätzliche Wachstumspotenziale, hieß es Anfang März in einer gemeinsamen Mitteilung. "Alle hinzukommenden Titel und Angebote werden auch nach dem Wechsel [...] ihre starke lokale Verankerung beibehalten."

Die Rheinische Post Mediengruppe gehört nach eigenen Angaben zu den auflagenstärksten regionalen Zeitungsverlagen Deutschlands mit derzeit etwa 2.800 Beschäftigten. Sie verlegt in NRW auch den Bonner "General-Anzeiger".

Zudem ist das Unternehmen mehrheitlich an der Saarbrücker Zeitungsgruppe ("Saarbrücker Zeitung", "Trierischer Volksfreund" und "Pfälzischer Merkur") beteiligt. Der Umsatz der Mediengruppe lag nach Verlagsangaben 2024 bei rund 470 Millionen Euro.

NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU) hatte nach dem Bekanntwerden der Pläne vor einem Verlust an Medienvielfalt gewarnt. Gewerkschaften mahnten, die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten./amr/DP/nas

AXC0124 2026-04-16/10:28

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