KORREKTUR/IEA erwartet Rückgang der globalen Ölnachfrage - Iran-Krieg bremst
(Im 2. Absatz, letzter Satz, wird korrigiert, dass zuvor ein Anstieg der Nachfrage um etwa 650.000 Barrel pro Tag erwartet wurde.)
PARIS (dpa-AFX) - Die globale Nachfrage nach Rohöl wird nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) in diesem Jahr erstmals seit der Corona-Krise 2020 wieder sinken. Ein durch den Iran-Krieg verursachter Ölpreisschock habe das Wachstum der Nachfrage vorerst beendet, wie aus dem Monatsbericht der IEA hervorgeht, den der Interessenverband von Industriestaaten am Dienstag in Paris veröffentlicht hat. "Der Iran-Krieg hat die globalen Aussichten für den Ölverbrauch grundlegend verändert."
Weiter geht die IEA davon aus, dass sich die Einbrüche bei der Nachfrage ausweiten werden, "da Knappheit und höhere Preise anhalten". Wie aus dem Bericht hervorgeht, rechnet der Verband in diesem Jahr mit einem Rückgang der globalen Nachfrage nach Rohöl um durchschnittlich 80.000 Barrel pro Tag. Zuvor hatten die Experten der IEA noch einen Anstieg der Nachfrage um etwa 650.000 Barrel pro Tag erwartet.
Durch den Iran-Krieg ist der Transport von Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf durch die Straße von Hormus stark beeinträchtigt und war zeitweise nahezu komplett zum Erliegen gekommen. Dies hat nach Einschätzung der IEA die größte Unterbrechung der Versorgung des Weltmarktes in der Geschichte verursacht.
Steigende Preise für Rohöl und Produkte wie Kerosin, Diesel oder Benzin erhöhen die Inflation, setzen Verbraucher unter Druck und dämpfen die Nachfrage. Im vergangenen Monat erlaubte die in Paris ansässige IEA die Freigabe von rekordverdächtigen 400 Millionen Barrel Öl aus den Notfallreserven durch Mitglieder wie die USA, Japan und Deutschland, um die Folgen des Ölpreisschocks einzudämmen.
In ihrem Basisszenario geht die IEA davon aus, dass die Öllieferungen aus dem Nahen Osten bis Mitte des Jahres weitgehend wieder aufgenommen werden. Allerdings will der Verband auch ein Szenario mit längeren Unterbrechungen nicht ausschließen. "In diesem Fall müssen sich die Energiemärkte und Volkswirtschaften weltweit auf erhebliche Störungen in den kommenden Monaten einstellen", warnte die IEA./jkr/la/nas/jha/
AXC0158 2026-04-14/11:35