Aktien Frankfurt Ausblick: Friedenshoffnung für Nahen Osten hilft dem Dax
Die Hoffnung auf eine politische Entspannung
im Nahen Osten dürfte dem Dax am Dienstag Auftrieb
geben. Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als
außerbörslicher Indikator für den wichtigsten deutschen Aktienindex
ein Plus von 0,7 Prozent auf 23.906 Punkte. Sein Eurozonen-Pendant
EuroStoxx 50 wird 0,4 Prozent fester erwartet.
Da die USA und der Iran eine weitere Gesprächsrunde erwägten,
bestehe "die Chance auf ein Ende der militärischen
Auseinandersetzungen", schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann vom
Vermögensverwalter QC Partners. Ein Friedensabkommen würde zudem die
Straße von Hormus öffnen, einen für die Weltwirtschaft wichtigen
Schifffahrtsweg.
Bereits zu Wochenbeginn hatten Dax und EuroStoxx angesichts
freundlicher US-Börsen ihre Verluste bis zum Handelsende deutlich
eingedämmt. Selbst die US-Blockade der Straße von Hormus, die nach
gescheiterten ersten Gesprächen zwischen den USA und Iran in Kraft
getreten war, hatte die Anleger nicht verschreckt.
Die Aktienmärkte in Ostasien profitierten zuletzt ebenfalls von den
Spekulationen über eine baldige Fortsetzung der Friedensgespräche,
während die Ölpreise wieder unter der 100-Dollar-Marke liegen. Laut
der Commerzbank wirkt es so, als preisen die Märkte die
Wahrscheinlichkeit einer Einigung ein, bevor die zweiwöchige
Waffenruhe in einer Woche abläuft. Dabei dürften die Differenzen
zwischen den beiden Seiten aber noch erheblich sein, gaben die
Experten der Bank am Morgen zu bedenken.
Am deutschen Aktienmarkt steht der auf die Bauindustrie
spezialisierte Softwareanbieter Nemetschek mit einer
Übernahme im Fokus. Zum geplanten Kauf von Heavy Construction
Systems Specialists (HCSS) schrieb ein Börsianer, der
US-Branchenkollege sei ein Qualitätsunternehmen und die Transaktion
erscheine strategisch überzeugend. Dementsprechend rechnet er mit
einer positiven Kursreaktion.
Bei Heidelberger Druck zeichnen sich deutliche
vorbörsliche Kursgewinne ab. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar
Woidke will sich am Nachmittag am Standort Brandenburg an der Havel
über den Einstieg ins Drohnenabwehrgeschäft informieren, den der
Druckmaschinenhersteller bereits Mitte März bekannt gegeben hatte.
Es handelt sich um ein neues Gemeinschaftsunternehmen einer Tochter
der Heidelberger Druckmaschinen AG mit dem
US-amerikanisch-israelischen Technologie-Anbieter Ondas Autonomous
Systems.
Der Windanlagenbauer Nordex berichtete für das erste
Quartal einen Auftragsrückgang bei leicht gestiegenen
Verkaufspreisen. Konzernchef José Luis Blanco sprach von einem
erwartungsgemäßen Jahresstart. Einen großen Einfluss auf die Aktie
sollte die Nachricht nicht haben, hieß es aus dem Markt.
Im Rahmen endgültiger Jahreszahlen stellte der Spielwarenhersteller
Tonies für 2026 einen währungsbereinigten
Umsatzanstieg auf mehr als 760 Millionen Euro in Aussicht. Analysten
hatten hier im Mittel bereits 777 Millionen auf dem Zettel. Die
Marge des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (ber. Ebitda) soll zwischen neun und elf Prozent
liegen. Hier lagen Experten etwa in der Mitte der Bandbreite./gl/nas