ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Abbruch der Iran-Gespräche bremst - Ungarn stark
Nach den vorläufig
gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran
haben Europas wichtigste Aktienmärkte am Montag nachgegeben. Eine
Ausnahme bildete die ungarische Börse, die - beflügelt vom klaren
Wahlsieg der Tisza-Partei von Oppositionsführer Peter Magyar und der
Abwahl von Victor Orban - deutlich zulegte.
Der EuroStoxx 50 sank um 0,36 Prozent auf 5.905,02
Punkte, womit er seine Verluste gegen Handelsende etwas eindämmte.
Außerhalb des Euroraums verlor der schweizerische SMI
0,28 Prozent auf 13.145,91 Zähler. Der britische FTSE 100
schloss mit minus 0,17 Prozent auf 10.582,96 Punkte.
Der Budapester Leitindex Bux gewann fast 5 Prozent.
Die Tisza-Partei erreichte bei den Wahlen in Ungarn eine
Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament. Damit beendet der künftige
Ministerpräsident Magyar die 16-jährige Herrschaft seines
autokratischen Vorgängers Viktor Orban. Die Anleger setzen darauf,
dass die neue Regierung marktfreundliche Reformen umsetzen wird, um
die Freigabe eingefrorener EU-Gelder in Milliardenhöhe zu
ermöglichen.
US-Präsident Donald Trump hatte unterdessen in Reaktion auf die
abgebrochenen Nahost-Gespräche eine Seeblockade der Straße von
Hormus angekündigt, die ab diesem Montag 16 Uhr (MESZ) in Kraft sein
soll. Die US-Marine werde alle Schiffe blockieren, die iranische
Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen, sagte Trump. Die
Vereinigten Staaten wollen damit verhindern, dass der Iran Gebühren
von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und
das Land gleichzeitig von Öl-Einnahmen abschneiden.
Pakistan will derweil die Differenzen zwischen den USA und dem Iran
ausräumen. Es werde "mit voller Kraft daran gearbeitet, die noch
offenen Probleme zu lösen", sagte Premierminister Shehbaz Sharif.
Aus Branchensicht waren Aktien aus dem Telekomsektor
die größten Verlierer. Es belasteten Kursverluste von über 6 Prozent
für die am EuroStoxx-Ende gelandeten Titel der Deutschen Telekom
nach einem negativ aufgenommenen Analystenkommentar.
Die jüngste Kurserholung der T-Aktien sei etwas zu üppig gewesen,
denn über den Aussichten für das US-Geschäft zeigten sich durchaus
Wolken, schrieb Akhil Dattani von JPMorgan.
Touristik- und Luftfahrtwerte wurden ebenfalls
gemieden, während Papiere aus dem Ölsektor weit vorne
lagen. Die Kurse spiegelten damit einmal mehr die Entwicklung der
Ölpreise wieder, die am Montag im Zuge der vorerst gescheiterten
US-Iran-Gespräche wieder Auftrieb bekamen./ajx/he