Aktien Wien Schluss: ATX verliert nach Vortagesrally leicht
Der Wiener Aktienmarkt hat am Donnerstag nach der
Vortagesrally mit leichten Verlusten geschlossen. Im Späthandel
wurden die Abschläge etwas eingegrenzt. Der ATX fiel
zum Sitzungsende um 0,17 Prozent auf 5.655,52 Einheiten, nachdem der
österreichische Leitindex am Vortag um mehr als vier Prozent
hochgesprungen war. Auch an den europäischen Leitbörsen ging es nach
dem gestrigen Schub nach oben mit den Aktienkursen wieder abwärts.
Am Mittwoch hatte noch die Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe
im Iran-Krieg international die Märkte beflügelt und mit der
geplanten Öffnung der Straße von Hormuz die Ölpreise in die Tiefe
gedrückt. Die Feuerpause im Nahen Osten scheint nun brüchig zu sein
und die Rohölnotierungen legten wieder klar zu.
Andere Einflussfaktoren haben es laut Helaba-Analysten neben den
Entwicklungen rund um den Krieg im Nahen Osten schwer, sich Geltung
zu verschaffen. Das war auch am Donnerstag wieder der Fall. Vielmehr
richtet sich die ganze Aufmerksamkeit auf neue Informationen zur
Waffenruhe und zu den anstehenden Friedensgesprächen sowie auf die
Frage, wie schnell die Hunderte vor Anker liegenden Tanker den
Transport von Öl und Gas wieder aufnehmen können, hieß es weiter von
den Experten.
Am Wiener Aktienmarkt rückte auf Unternehmensebene der Bankensektor
in den Fokus. Die Raiffeisen Bank International (RBI)
plant ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für die Addiko
Bank AG. Die RBI will den Aktionären 23,05 Euro je Aktie in bar
bieten. Dies entspreche einem Aufschlag von 20 Prozent auf den von
Experten ermittelten Eigenkapitalwert. Das Angebot ist an eine
Annahmequote von über 75 Prozent sowie an behördliche Genehmigungen
geknüpft. Die RBI-Anteilsscheine fielen in einem schwachen Umfeld um
0,9 Prozent. Die Addiko-Aktie rutschte 5,4 Prozent auf 24,60 Euro
ab. Die geplante Transaktion steht laut Barclays im Einklang mit der
strategischen Neuausrichtung der RBI nach der
Russland-Neupositionierung und der Konzentration auf das
Kerngeschäft.
Die OMV veröffentlichte zudem ihren
Quartalszwischenbericht und die Aktie schloss mit minus 0,4 Prozent.
Der Öl-, Gas- und Chemiekonzern hat im ersten Quartal 2026 die
Auswirkungen des Iran-Krieges zu spüren bekommen. Die
durchschnittliche Fördermenge sank im Vergleich zum Vorquartal von
300.000 auf 288.000 Barrel Öläquivalent pro Tag (boe/d). Zudem
rechnet der Konzern laut dem Trading Update wegen unterbrochener
Rohölströme mit einmaligen Absicherungsverlusten von rund 100
Millionen Euro. Die Analysten von RBC bewerteten die Zahlen als
negative Überraschung.
Andritz gewannen 4,1 Prozent. Der steirische
Anlagenbauer meldete für das erste Quartal 2026 einen
Rekordauftragseingang in Höhe von 3,6 Milliarden Euro. Dies
entspricht einer Steigerung von 54 Prozent gegenüber dem
Vorjahreszeitraum. Der Konzern wies darauf hin, dass sich der
außergewöhnlich hohe Wert nicht auf die verbleibenden Quartale
hochrechnen lasse. Trotz des starken Jahresauftakts bestätigte das
Management seine Prognose für den Umsatz und das operative Ergebnis
(Ebita) im Gesamtjahr 2026.
Frequentis hat im Vorjahr Umsatz und Ergebnis erneut
im zweistelligen Prozentbereich gesteigert. Der Umsatz stieg um rund
ein Fünftel auf 580,1 Millionen Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) um
knapp die Hälfte auf 46,8 Millionen Euro, bestätigte der Anbieter
von Kommunikations- und Informationssystemen für Kontrollzentralen
vorläufige Zahlen. Die Aktie fiel um 3,5 Prozent.
Die Papiere des Cateringunternehmens Do&Co kamen um
4,4 Prozent zurück, nachdem die Titel am Vortag in einem starken
Sektor um fast 15 Prozent hochgesprungen waren./ste/sto/APA/men