ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste - Mediensektor stark nach Kaufgebot
Belastet von weiteren Drohungen von
US-Präsident Donald Trump gegen den Iran haben Europas wichtigste
Aktienmärkte am Dienstag nach dem verlängerten Osterwochenende
deutlich nachgegeben. Der EuroStoxx 50 schloss 1,05
Prozent tiefer bei 5.633,22 Punkten. Außerhalb des Euroraums fiel
der schweizerische SMI um 1,48 Prozent auf 12.790,35
Zähler. Der britische FTSE 100 verlor 0,84 Prozent
auf 10.348,79 Punkte.
Im Fokus stand das US-Ultimatum an den Iran, die für den Rohöl- und
Flüssiggas-Transport wichtige Straße von Hormus wieder zu öffnen.
Die Frist läuft nach deutscher Zeit um 2.00 Uhr in der Nacht zum
Mittwoch ab. Stunden vor Ablauf des Ultimatums richtete Trump noch
einmal eine harsche Drohung an den Iran. "Eine ganze Zivilisation
wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren", schrieb
er auf seiner Plattform Truth Social. Laut US-Medienberichten kappte
der Iran mittlerweile die diplomatischen Kontakte zu den USA.
Die mit Abstand stärkste Branche waren Medientitel. Die Aktien von
Universal Music Group (UMG) trieben mit einem
Kursgewinn von 11,4 Prozent den Sektor nach oben. Der US-Investor
Bill Ackman will mit seiner Firma Pershing Square Capital den
Musikkonzern für rund 56 Milliarden Euro übernehmen. Pershing bietet
insgesamt 30,40 Euro je UMG-Aktie. Dies entspricht einem Aufschlag
von rund 78 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Die Papiere des
UMG-Großaktionärs Vivendi kletterten um gut 9 Prozent
nach oben.
Deutlich schwächer präsentierte sich hingegen der Technologiesektor.
Hier belasteten die Verluste des Schwergewichts ASML ,
das um 4,1 Prozent nachgab. Analysten verwiesen auf einen
Gesetzentwurf aus Washington. Der sogenannte "Match Act"
(Multilateral Alignment of Technology Controls on Hardware) ziele
auf das US-Exportgeschäft von DUV-Anlagen des niederländischen
Herstellers von Lithografie-Systemen nach China, hieß es. Wie
JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande schrieb, dürfte sich der
Gesetzesentwurf negativ auf Umsatz und Gewinn von ASML auswirken.
Im Chemiesektor gaben Aktien von Ems-Chemie um 1,3
Prozent nach. Die veröffentlichten Umsatzzahlen zum ersten Quartal
lagen unter den durchschnittlichen Schätzungen. Positiv wurden
hingegen Angaben zur Gewinnentwicklung und die bestätigte Prognose
vermerkt./edh/he