Aktien New York Ausblick: Leichte Verluste vor Ende von Trumps Iran-Ultimatum
Die US-Börsen dürften am Dienstag ihre
Erholungsgewinne vom Montag wieder weitgehend abgeben. Im Fokus
steht die Forderung der USA an den Iran, die Straße von Hormus
wieder zu öffnen. Diese Meeresenge ist ein wichtiger Transportweg,
nicht zuletzt für Öl und Flüssiggas. Ob es zu einer raschen Einigung
oder gar einer Eskalation mit weiter steigenden Ölpreisen kommt, ist
unklar. Das Ultimatum von US-Präsident Donald Trump läuft am
Mittwochmorgen um 2.00 Uhr (MESZ) ab.
"Ein Scheitern der Verhandlungen und eine neue heftige Angriffswelle
könnten neue Schockwellen durch die Märkte schicken", befürchtet
Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Doch während die
Ölpreise steigen und der Juni-Kontrakt für ein Fass Brent-Öl dem
März-Hoch bei etwas über 112 US-Dollar nicht mehr allzu fern ist,
erscheinen die Aktien-Anleger noch relativ gelassen.
Die Indikation des Brokers IG für den Dow Jones Industrial
ist leicht negativ. Der bekannteste Wall-Street-Index
wird rund eine Dreiviertelstunde vor dem Auftakt 0,3 Prozent tiefer
bei 46.530 Zählern erwartet. Der technologielastige Nasdaq 100
dürfte mit minus 0,5 Prozent bei 24.065 Punkten
starten.
Bislang reagierte die iranische Militärführung mit Spott auf Trumps
bekräftigte Warnung einer "völligen Zerstörung" aller iranischen
Kraftwerke und Brücken. Der Iran meldete unterdessen Explosionen auf
der Insel Charg im Persischen Golf, die vom US-Militär bereits Mitte
März aus der Luft angegriffen worden war.
Unter den Einzelwerten aus dem Dow könnten UnitedHealth
einen Blick wert sein sowie auch Aktien von
Konkurrenten wie Humana oder CVS Health
. Die Aktien der drei im
US-Krankenversicherungsbereich tätigen Unternehmen legten
vorbörslich zwischen 6,3 und 10,3 Prozent zu. Das Medicare-Programm
wird privaten Krankenversicherern im kommenden Jahr 2,48 Prozent
mehr zahlen, was eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den
ursprünglich im Januar vorgeschlagenen Sätzen ist.
Für Broadcom ging es vorbörslich um 3,0 Prozent hoch.
Alphabet gewannen 0,1 Prozent. Der Hersteller von
Halbleitern und Infrastruktur-Software gab eine Vereinbarung mit
Alphabet bis 2031 zur Entwicklung und Lieferung von TPUs für
zukünftige Generationen bekannt sowie einen aktualisierten Vertrag
mit dem KI-Unternehmen Anthropic.
Damit macht Broadcom Nvidia zunehmend Konkurrenz,
deren Aktie 1,4 Prozent einbüßte. Laut Jefferies-Analyst Blayne
Curtis ist für Broadcom nun die TPU-Nachfrage auf absehbare Zeit
"effektiv abgesichert". Obwohl es keine genauen Zahlen gebe, dürfte
die langfristige Vereinbarung Broadcom einen Mindestumsatz -
voraussichtlich im Bereich von 200 Milliarden Dollar - garantieren,
was ein starker und nachhaltiger Marktanteil wäre.
Ansonsten dürften Umstufungen bewegen. So empfiehlt die UBS die
Aktie von Morgan Stanley zum Kauf mit einem leicht
auf 196 angehobenen Kursziel. Laut Analystin Erika Najarian ist die
Profitabilität der US-Bank erstklassig. Die jüngste Marktschwäche,
ausgelöst durch den Iran-Krieg, aber auch wegen Bedenken in Sachen
privater Kredite und die Umwälzungen durch KI, böten eine
Kaufgelegenheit, schrieb sie. Die Aktie stieg um 0,3 Prozent.
Morgan Stanley wiederum senkte Arm Holdings von
"Overweight" auf "Equal-weight", auch wenn das Kurziel von 135 auf
150 Dollar angehoben wurde. Die Pläne des Chipdesigners, eigene
Chips zu verkaufen, berge Risiken und zudem könnte dies
Vertriebskonflikte mit einigen seiner Lizenznehmer verursachen, hieß
es. Für Arm Holdings ging es um 3,2 Prozent abwärts./ck/jha/