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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX gewinnt weiter leicht / ATX bei plus 0,28 Prozent - Trump droht mit "Auslöschung einer ganzen Zivilisation" - Rezessionsängste in der Eurozone

Der Wiener Aktienmarkt verzeichnete am Dienstag im Verlauf weiter Zugewinne. Der Leitindex ATX legte 0,28 Prozent auf 5.472,48 Punkte zu. Der ATX Prime war mit 0,24 Prozent auf 2.713,72 Einheiten im Plus. Die wichtigsten europäischen Börsen drehten nach anfänglichen Zuwächsen mehrheitlich wieder ins Minus.

Die Spannung geht einmal mehr von einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump aus. Trump hat dem Iran eine Frist bis Dienstagabend (Ortszeit US-Ostküste; Nacht auf Mittwoch MESZ) gesetzt, um die für den weltweiten Energiehandel wichtige Straße von Hormuz wieder zu öffnen. Als Draufgabe meinte er, sollte kein Abkommen zur Beendigung des Konflikts erzielt werden, werde "heute Nacht eine ganze Zivilisation sterben."

"Je näher die Frist rückt, desto größer dürfte die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern werden", sagte Emden. "Wir befinden uns wieder in einem von Trump auferlegten Countdown und es gibt keine Möglichkeit, mit Sicherheit vorherzusagen, was passieren wird", sagte Kyle Rodda, Analyst bei Capital.com.

Der Iran-Krieg geht inzwischen in die sechste Woche und sorgt für stark gestiegene Ölpreise. Die Ölpreise sind am Dienstag erneut gestiegen. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni stieg bis zum Mittag um 0,88 Prozent auf 110,70 US-Dollar. Der Brent-Preis nähert sich wieder dem Hoch aus dem März von etwas mehr als 112 Dollar. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs verteuerte sich die Referenzsorte für den Ölmarkt um mehr als die Hälfte.

Der Iran-Krieg lässt zudem Rezessionsängste unter Investoren der Eurozone weiter wachsen. Das Stimmungsbarometer für die Eurozone sackte im April um 16,1 Punkte auf minus 19,2 Zähler ab, wie die Beratungsfirma Sentix am Dienstag zu ihrer monatlichen Umfrage unter 1.047 Anlegern mitteilte. Dies ist das tiefste Niveau seit April 2025. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf minus 9,0 Punkte gerechnet.

Von Unternehmensseite wurde bekannt, dass der oberösterreichische Triebwerkshersteller Steyr Motors den Kauf des dänischen Marine-Spezialisten BUKH A/S abgeschlossen hat. Wie das Unternehmen mitteilte, erwarb es 100 Prozent der Anteile an BUKH sowie der SLC Ejendomme ApS. Der Kurs der Steyr Motors-Aktie lag heute mit minus 0,90 Prozent bei 37,56 Euro.

Bestperformer im ATX Prime-Segment war SBO mit einem Zuwachs von 1,9 Prozent. Unter den schwergewichteten Werten waren OMV trotz hoher Ölpreise mit plus 0,08 Prozent unbewegt. Bankenpapiere stützen den ATX mit leichten Zuwächsen. RBI gewannen 0,9 Prozent, BAWAG stiegen um 0,5 Prozent und Erste Group ebenfalls um 0,5 Prozent. Die Werte kamen damit wieder von Zuwächsen von über einem Prozent zurück.

Am anderen Ende des ATX Prime-Segments lagen Austriacard mit minus 5,4 Prozent und Kapsch TrafficCom mit minus 3,4 Prozent.

moe/spa

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