ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax verringert Tagesverlust deutlich
Hoffnungen auf ein Ende der Blockade der
Straße von Hormus haben am Donnerstag die zunächst deutlichen
Verluste am deutschen Aktienmarkt spürbar eingedämmt. Der Dax
, der am frühen Nachmittag noch fast 3 Prozent
eingebüßt hatte, verringerte sein Minus vor den Osterfeiertagen
letztlich auf 0,56 Prozent und ging bei 23.168,08 Punkte aus dem
Handel. In der verkürzten Karwoche hat sich der deutsche Leitindex
damit um knapp 4 Prozent erholt. Der MDax mit den
mittelgroßen Werten schloss am Donnerstag 0,99 Prozent tiefer auf
28.916,26 Zählern.
Für spürbare Entspannung sorgte eine Meldung der staatlichen
iranischen Nachrichtenagentur IRNA. Demnach arbeitet der Iran
derzeit mit dem Land Oman an einem Protokoll zur Überwachung des
Schiffsverkehrs durch diese strategisch wichtige Meerenge. Es gehe
unter anderem um eine sichere Durchfahrt, hieß es unter Berufung auf
den stellvertretenden iranischen Außenminister.
Zuvor hatte Trumps Rede an die Nation für wieder deutlich steigende
Ölpreise gesorgt. Der US-Präsident hatte zwar ein baldiges
Kriegsende in Nahost versprochen, den Iran zugleich aber vor weiter
heftigen Angriffen auf iranische Kraftwerke in den nächsten Wochen
gewarnt, falls es nicht zu einer Einigung komme. Am 6. April läuft
die von Donald Trump verlängerte Frist zur Zerstörung von
Energieanlagen aus, mit der er die Öffnung der Straße von Hormus
erzwingen will.
Für den EuroStoxx ging es vor Ostern um 0,70 Prozent
auf 5.692,86 Punkte abwärts. Auch der Leitindex der Eurozone konnte
damit seine Verluste spürbar reduzieren. In Zürich erholte sich der
SMI fast vollständig von seinen Tagesverlusten und in
London wurden leichte Gewinne verzeichnet. In den USA verringerte
der bekannteste Wall-Street-Index Dow Jones Industrial
seine Verluste vom Handelsstart auf zuletzt 0,2
Prozent.
Branchenweit blieben wegen der hohen Ölpreise Energie-Aktien
gefragt, wobei Eon im Dax mit plus 2,2 Prozent die
Index-Spitze einnahmen. RWE legten um 0,5 Prozent zu.
Im SDax glich die Aktie des Biosprit-Herstellers
Verbio einen Teil ihrer kräftigen Gewinnmitnahmen vom
Vortag mit plus 7,4 Prozent aus.
Der Anteilsschein der Deutschen Börse stieg mit plus
1,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Ende August. Der
Marktbetreiber profitiert von den derzeit starken Schwankungen an
den Finanzmärkten, was auch die Handelsaktivität antreibt.
Für Kion ging es nach einer Analysten-Veranstaltung
zu den Ende April erwarteten Zahlen zum ersten Quartal um 9,0
Prozent nach unten. Kritisch gesehen wurden Aussagen zur
Gabelstapler-Sparte ITS, in der sich rückläufige Auftragseingänge
abzeichnen. Laut JPMorgan erwartet Kion zwar keine direkten
Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Lieferketten, berücksichtigt
aber eine schwächere Nachfrage - und dies hauptsächlich im
Geschäftsbereich ITS. Von diesen Erwartungen wurde auch die Aktie
des Konkurrenten Jungheinrich in Mitleidenschaft
gezogen. Sie büßte 4,7 Prozent ein.
Das Lufthansa -Papier reagierte mit
minus 3,4 Prozent auf eine Analysten-Abstufung und die Ölpreise. Die
US-Investmentbank Morgan Stanley senkte ihr Anlageurteil auf
"Equal-Weight" und begründete dies mit den Risiken hoher
Treibstoffkosten aufgrund des Nahostkonflikts.
Mit minus 2,8 Prozent beendeten Mutares den Tag recht
versöhnlich, nachdem es zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit
November gegangen war. Die Beteiligungsgesellschaft hatte am
Vorabend mit der Bekanntgabe einer Kapitalerhöhung überrascht./ck/he