Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Kursverlusten / Trump-Rede ohne Neuigkeiten zu Friedensprozess
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Donnerstagnachmittag mit Kursverlusten gezeigt. Für Belastung sorgte europaweit die Rede von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe stieg im Gegenzug um 4 Basispunkte auf 3,34 Prozent.
Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 30 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future fiel um 0,37 Prozent auf 125,23 Punkte.
Die nach der Trump-Rede erneut gestiegenen Ölpreise schürten abermals Inflationssorgen und belasteten die Anleihekurse. Trump hat den Amerikanern ein baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht gestellt. Die USA seien auf dem Weg, alle militärischen Ziele "sehr bald" zu erreichen, sagte der Präsident in einer Rede an die Nation. Bis dahin werde es im Iran noch heftige Angriffe geben. Die Rede enthielt aber keine Neuigkeiten und dämpfte die zuvor geschürte Erwartung auf ein baldiges Ende des Kriegs. An den vergangenen Tagen hatten sich die Anleihekurse noch erholt.
"Die Bondmärkte gehen mit einem mulmigen Gefühl ins Osterwochenende, da Trumps Versprechen, den Krieg bald zu beenden, vom Iran nicht geteilt werden", kommentierte Commerzbank-Experte Rainer Guntermann. "Darüber hinaus verstärken die hartnäckig hohen Ölpreise das Risiko, dass sich der Preisdruck in den kommenden Monaten verbreitert, während die Notenbanken in Alarmbereitschaft sind, um ihre Glaubwürdigkeit zu verteidigen."
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,69 2,64 0,05 4 5 Jahre 2,90 2,88 0,02 15 10 Jahre 3,34 3,30 0,04 30 30 Jahre 3,85 3,82 0,03 34
spa/sto