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Bayern bangt wegen Reiche-Plänen um Wind- und Solarenergie

Die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zur Zukunft der Erneuerbaren Energien stoßen auf massive Kritik in Bayern. "Sollten die derzeitigen Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums umgesetzt werden, wird es in weiten Teilen Bayerns keine neuen Investitionen in Wind- und Solarparks mehr geben", sagte der Fraktionschef der CSU im bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, auf dpa-Anfrage. "Damit wird unsere Politik der vergangenen Jahre konterkariert."

Aiwanger spricht von "Vollbremsung"

Zuvor hatte bereits Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) im Bayerischen Rundfunk Reiches Pläne heftig kritisiert. Die Ministerin lege bei den Erneuerbaren Energien eine "Vollbremsung" hin, sagte Aiwanger. Auch die Bayern-SPD schlägt Alarm. "Die Pläne von Ministerin Reiche sind brandgefährlich für den Klimaschutz und werden die Energiekosten im Freistaat nicht senken, sondern dramatisch erhöhen", sagte der SPD-Politiker Florian von Brunn.

Reiche plant bei der Energiewende Reformen, um Kosten zu sparen. Sie will den Ausbau der erneuerbaren Energien besser an den Ausbau der Stromnetze anpassen. Die Netze sind in Deutschland vielerorts marode, der Ausbau verläuft schleppend. Sie plant außerdem, die Förderung für neue, kleine Solaranlagen zu streichen.

Hausgemachtes Problem

Das Problem in Bayern ist aber zum Teil hausgemacht: Noch immer fehlen zwei große Stromtrassen von Nord- nach Süd, deren zunächst für 2022 geplante Fertigstellung auch wegen bayerischer Widerstände bis mindestens nächstes Jahr verzögert ist. Die bayerische Stromproduktion ist zudem seit 2012 um ein Drittel auf etwa 60 Terawattstunden im Jahr gesunken - verbraucht werden im Freistaat aber 80 Terrawattstunden.

Da die zwei großen Stromtrassen nach wie vor fehlen und auch der Ausbau der regionalen Stromnetze mit dem Solarausbau nicht Schritt gehalten hat, kommt es in Bayern häufig zu Netzengpässen. Die bundesweiten Kosten des Netzengpassmanagements beliefen sich nach Daten der Bundesnetzagentur 2025 auf über drei Milliarden Euro. Diesen beiden Problemen will Reiche nun begegnen, indem sie etwa die Erneuerbaren an den Netzregulierungskosten beteiligen und Vergütungen für Abschaltungen zum Schutz vor Netzüberlastungen streichen will./dm/DP/nas

AXC0123 2026-04-02/11:50

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