ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax baut Erholungsplus aus - 'Kurzes Aufatmen'
Die Gewinne am deutschen Aktienmarkt seit
Wochenbeginn können den für Anleger düsteren Monat März kaum
aufhellen. Zwar ging der Dax am Dienstag nach
Spekulationen über ein baldiges Kriegsende in Nahost mit einem Plus
von 0,52 Prozent auf 22.680,04 Punkten aus dem letzten Handelstag
des Monats und baute damit sein Erholungsplus vom Montag etwas aus.
Doch seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat der deutsche
Leitindex dennoch letztlich etwas mehr als 10 Prozent eingebüßt, was
der größte Verlust seit Juni 2022 ist. Für das erste Quartal steht
ein Minus von 7,4 Prozent zu Buche.
"Der Dax atmet kurz auf, mehr ist es noch nicht", resümierte
Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Er glaubt noch
nicht so recht an eine Bodenbildung im Leitindex - ebenso wenig wie
an ein schnelles Ende des Irankriegs.
Der MDax mit den mittelgroßen Werten stieg am
Dienstag um 1,26 Prozent auf 28.150,78 Zähler, hat im März aber
insgesamt knapp 11 Prozent verloren. Europaweit sah es nicht allzu
viel anders aus. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
beendete den letzten Tag des Monats mit einem Plus von 0,50 Prozent
auf 5.569,73 Punkte. Außerhalb der Euroregion legten auch die Börsen
in London und Zürich zu. Doch allesamt schauen für März auf herbe
Verluste zurück.
In den USA ging es am Dienstag zum Handelsschluss in Europa für Dow
Jones Industrial und Nasdaq 100 etwas
deutlicher nach oben. Die Verluste im Monatsverlauf werden obendrein
vergleichsweise geringer ausfallen, denn die USA sind weitaus
weniger auf die Öl- und Gastransporte aus Nahost angewiesen als
europäische Länder.
Positive Impulse lieferte zuletzt das "Wall Street Journal". Wie die
Wirtschaftszeitung berichtet, soll US-Präsident Donald Trump seinen
Beratern mitgeteilt haben, er sei bereit, den Militäreinsatz im Iran
zu beenden. Und das, selbst wenn die strategisch wichtige Straße von
Hormus weiterhin weitgehend gesperrt bleibe.
Ungeachtet dessen setzte der Iran den Beschuss benachbarter
Golfstaaten mit ballistischen Raketen und Drohnen fort. Vor der
Küste von Dubai wurde obendrein ein kuwaitischer Öltanker getroffen.
Der Brent-Ölpreis - derzeit ein wichtiger Gradmesser für die
Konjunktur- und Inflationssorgen - zeigte sich weiter auf hohem
Niveau über 100 US-Dollar. Die Auswirkungen auf die Inflation in der
Eurozone sind bereits sichtbar geworden, wie der Anstieg der
Verbraucherpreise im März zeigt.
Unter den schwächsten Werten im Dax verloren BASF 1,1
Prozent. Am Montag waren sie noch auf den höchsten Stand seit Mitte
März 2025 gestiegen. Nun stufte Kepler Cheuvreux das Papier auf
"Neutral" ab. Analyst Christian Faitz sprach von einem zuletzt
übertriebenen "Hype" der Aktie wegen der Situation in Nahost.
Im MDax stach das Papier der Online-Apotheke Redcare Pharmacy
mit plus 12 Prozent hervor und knüpfte an die
schwungvolle Erholung vom Vortag an. Am Markt wurde auf Eindeckungen
von Leerverkäufen zum Quartalsende hin verwiesen. Das Bankhaus
Metzler begründete die Erholung zudem mit Reformvorschlägen für das
deutsche Krankenkassen-System.
Die Titel von Energiekontor gewannen nach vorgelegten
Zahlen für 2025 und Zielen für das neue Jahr an der SDax
-Spitze 8,1 Prozent. Südzucker setzten
auf Platz zwei ihre Kursrally fort und legten um 7,1 Prozent zu. Am
Montag waren sie wegen steigender Preise bereits um mehr als 15
Prozent nach oben gesprungen. Nun stützte die Hochstufung der
Papiere durch die britische Bank Barclays gleich um zwei Schritte
auf "Overweight".
Dermapharm gaben nach einer Dividendenkürzung des
Arzneimittelherstellers um 3,6 Prozent nach. Seit Anfang Februar war
die Aktie allerdings um bis zu 30 Prozent gestiegen und hatte in der
vergangenen Woche den höchsten Stand seit September 2023
erreicht./ck/he