Aktien Frankfurt: Gewinne - Vage Hoffnungen auf Entspannung in Nahost
Für den deutschen Aktienmarkt deutet sich am
Dienstag ein versöhnliches Ende eines vom Iran-Krieg belasteten
Monats März an. Der Dax notierte am Nachmittag 1,1
Prozent im Plus bei 22.805 Punkten. Für den März steht jedoch ein
Verlust von rund zehn Prozent zu Buche. Der MDax mit
den mittelgroßen deutschen Werten stieg am Dienstagnachmittag um 1,4
Prozent auf 28.190 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
ging es um 0,9 Prozent nach oben.
Positive Impulse lieferte eine Meldung des "Wall Street Journal"
unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, wonach Präsident Donald
Trump signalisiert habe, er sei bereit, den Krieg zu beenden, selbst
wenn die Straße von Hormus weitgehend gesperrt bliebe. Unterdessen
hat der Iran einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen
Angriffe den Beschuss benachbarter Golfstaaten mit ballistischen
Raketen und Drohnen fortgesetzt. Zudem wurde vor der Küste von Dubai
ein kuwaitischer Öltanker getroffen.
Die Ölpreise - derzeit wichtigster Gradmesser für die Konjunktur-
und Inflationssorgen der Anleger - zeigten sich stabil auf hohem
Niveau. Ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni
kostete zuletzt gut 107 US-Dollar und damit etwa so viel wie am
Vortag.
Mit dem Ölpreisschub im Zuge des Iran-Krieges hat die Inflation in
der Eurozone deutlich angezogen. Im Jahresvergleich legten die
Verbraucherpreise im März um 2,5 Prozent zu, verglichen mit plus 1,9
Prozent im Februar. Volkswirte hatten allerdings im Schnitt einen
noch etwas stärkeren Anstieg auf 2,6 Prozent erwartet.
Die Aktien von Redcare Pharmacy knüpften an ihre tags
zuvor schwungvoll eingeleitete Erholung an und stiegen an der
MDax-Spitze um weitere 13 Prozent. Das Bankhaus Metzler begründete
die Erholung der Titel der Online-Apotheke mit Reformvorschlägen für
das deutsche Krankenkassen-System.
Die Titel von Energiekontor verteuerten sich nach
vorgelegten Zahlen für 2025 und Zielen für das neue Jahr um 10
Prozent. Analyst Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler hob die
Profitabilität des Entwicklers und Betreibers von Wind- und
Solarparks positiv hervor sowie die "sehr niedrige Bewertung" der
Aktie. "Im Vergleich zu Wettbewerbern steht Energiekontor sehr gut
da", sagte Hoymann der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX unter
Verweis auf das Vorsteuerergebnis und das Kostenmanagement.
Die Papiere der Norma Group fielen nach einem
verhaltenen Ausblick des Autozulieferers auf 2026 um 1,9 Prozent. In
den vergangenen fünf Handelstagen hatten sie aber um fast 14 Prozent
zugelegt. Der Verbindungstechnikhersteller setzte sich für das
laufende Jahr vorsichtige Wachstumsziele. Die Dividende soll von 40
auf 14 Cent je Aktie sinken. Die vorläufigen Zahlen für 2025
bestätigte das Unternehmen.
Die Aktien von Dermapharm gaben nach einer
Dividendenkürzung des Arzneimittelherstellers um 2,3 Prozent nach.
Seit Anfang Februar waren die Anteilsscheine allerdings um bis zu 30
Prozent gestiegen und hatten in der Vorwoche den höchsten Stand seit
September 2023 erreicht.
Die Anteilsscheine von Südzucker setzten ihre
Kursrally fort und gewannen 7,4 Prozent. Am Montag waren sie wegen
steigender Preise bereits um mehr als 15 Prozent nach oben
gesprungen. Nun stützte die Hochstufung der Papiere durch die
britische Bank Barclays gleich um zwei Schritte von "Underweight"
auf "Overweight". Zudem wurde das Kursziel von 9 auf 15 Euro
angehoben.
Einen Kursabschlag von 5,6 Prozent verbuchten die Titel von MBB
nach einem verhaltenen Jahresausblick der
Beteiligungsgesellschaft. Seit ihrem Rekordhoch Mitte Februar haben
die Papiere damit ihre Verlustserie auf rund 24 Prozent
ausgeweitet./edh/jha/