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Wiener Börse (Mittag) - Leitindex ATX gewinnt 0,6 Prozent / Inflation der Eurozone steigt wie erwartet - Naher Osten verunsichert weiter

Die Wiener Börse zeigte sich Dienstagmittag mit Zuwächsen. Der Leitindex ATX baute 0,60 Prozent auf 5.325,77 Punkte auf. Der ATX Prime hielt mit plus 0,56 Prozent bei 2.644,42 Einheiten. Damit lag Wien auf der gleichen Linie wie die wichtigsten europäischen Börsen.

International sind die Blicke weiter auf den Nahen Osten gerichtet. "Dabei schlägt das Pendel mal in Richtung Eskalation des Konflikts, mal in Richtung Deeskalation und Bemühungen um eine diplomatische Lösung aus. Die Verunsicherung bleibt groß und die Volatilität erhöht", fassen die Analysten der Helaba die Lage zusammen. Die Ölpreise bleiben auf einem hohen Niveau, da der Iran auch einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe den Beschuss benachbarter Golfstaaten mit ballistischen Raketen und Drohnen unablässig fortsetzt.

Außerdem sind die Inflationsdaten der Eurozone in den Mittelpunkt gerückt. Mit dem Ölpreisschub im Zuge des Iran-Krieges hat die Inflation in der Eurozone nämlich deutlich angezogen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise im März um 2,5 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im Februar hatte die Inflationsrate bei 1,9 Prozent gelegen. Volkswirte hatten allerdings im Schnitt einen noch etwas stärkeren Anstieg auf 2,6 Prozent erwartet. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Jahresteuerung von zwei Prozent an.

Angetrieben wurde die Inflation durch die im Zuge des Iran-Kriegs gestiegenen Energiepreise. Diese legten um 4,9 Prozent im Jahresvergleich zu. Im Februar waren sie noch um 3,1 Prozent gefallen. Damit steigt der Druck auf die EZB, bei ihrer nächsten Sitzung Ende April über eine Erhöhung des Leitzinses nachzudenken, um gegen eine steigende Inflation vorzugehen.

Die Ökonomen der Commerzbank glauben aber nicht, dass mit den Daten die Wahrscheinlichkeit von gegensteuernden Zinserhöhungen gestiegen ist. Die Kerninflation ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel ist geringfügig sogar gesunken, so die Experten.

EZB-Chefin Christine Lagarde und andere Notenbanker der EZB haben zuletzt bekräftigt, dass sie vorerst die Folgen des Iran-Kriegs abwarten wollen. Die Währungshüter haben zugleich deutlich gemacht, dass sie notfalls handeln und gegensteuern würden. Seit Mitte 2025 steht der Leitzins unverändert bei 2,00 Prozent.

Von Seiten österreichischer Unternehmen war es bisher noch ruhig. Am besten performte im ATX Prime Segment der Baukonzern Porr. Die Aktien von Porr gingen am Vormittag um 5,7 Prozent hinauf.

Trotz hoher Ölpreise legte die OMV lediglich 0,1 Prozent zu. Nachdem Aktien der Raiffeisen Bank International (RBI) am Montag nach der Bekanntgabe einer Übernahme in Rumänien 1,3 Prozent verloren hatten, erholten sich heute die Papiere etwas und gewannen leichte 0,1 Prozent.

Am unteren Ende des ATX Prime-Segments rangierten Lenzing Die Anteilscheine des Textilunternehmens lagen bei minus 3,9 Prozent.

moe/mik

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