Aktien Frankfurt: Freundliche Tendenz zum Monatsende
Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag
ungeachtet der anhaltenden Krise in Nahost seine Vortageserholung
gebremst fortgesetzt. Der Dax notierte zuletzt 0,7
Prozent im Plus bei 22.728 Punkten. Dennoch deutet sich für den
deutschen Leitindex im März wegen des Iran-Krieges ein Verlust von
rund zehn Prozent an.
Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten stieg
am späten Dienstagvormittag um 1,0 Prozent auf 28.067 Zähler. Für
den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx ging es um 0,6
Prozent nach oben.
Unterdessen hat der Iran einen Monat nach Beginn der
amerikanisch-israelischen Angriffe den Beschuss benachbarter
Golfstaaten mit ballistischen Raketen und Drohnen fortgesetzt. Zudem
wurde vor der Küste von Dubai ein kuwaitischer Öltanker getroffen.
Die Ölpreise - derzeit wichtigster Gradmesser für die Konjunktur-
und Inflationssorgen der Anleger - zeigten sich stabil auf hohem
Niveau. Ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni
kostete zuletzt gut 107 US-Dollar und damit etwa so viel wie am
Vortag.
Mit dem Ölpreisschub im Zuge des Iran-Krieges hat die Inflation in
der Eurozone deutlich angezogen. Im Jahresvergleich legten die
Verbraucherpreise im März um 2,5 Prozent zu, verglichen mit plus 1,9
Prozent im Februar. Volkswirte hatten allerdings im Schnitt einen
noch etwas stärkeren Anstieg auf 2,6 Prozent erwartet.
Die Aktien von Redcare Pharmacy knüpften an ihre tags
zuvor schwungvoll eingeleitete Erholung an und stiegen an der
MDax-Spitze um weitere 8,1 Prozent. Das Bankhaus Metzler begründete
die Erholung der Titel der Online-Apotheke mit Reformvorschlägen für
das deutsche Krankenkassen-System.
Die Papiere der Norma Group fielen nach einem
verhaltenen Ausblick des Autozulieferers auf 2026 um 1,5 Prozent. In
den vergangenen fünf Handelstagen hatten sie aber um fast 14 Prozent
zugelegt. Der Verbindungstechnikhersteller setzte sich für das
laufende Jahr vorsichtige Wachstumsziele. Die Dividende soll von 40
auf 14 Cent je Aktie sinken. Die vorläufigen Zahlen für 2025
bestätigte das Unternehmen.
Die Aktien von Dermapharm gaben nach einer
Dividendenkürzung des Arzneimittelherstellers um 3,8 Prozent nach.
Seit Anfang Februar waren die Anteilsscheine allerdings um bis zu 30
Prozent gestiegen und hatten in der Vorwoche den höchsten Stand seit
September 2023 erreicht.
Die Aktien von Südzucker setzten ihre Kursrally fort
und gewannen an der SDax-Spitze weitere 11 Prozent. Am Montag waren
sie wegen steigender Preise bereits um mehr als 15 Prozent nach oben
gesprungen. Nun stützte die Hochstufung der Papiere durch die
britische Bank Barclays gleich um zwei Schritte von "Underweight"
auf "Overweight". Zudem wurde das Kursziel von 9 auf 15 Euro
angehoben.
Einen Kursabschlag von 4,7 Prozent verbuchten die Titel von MBB
nach einem verhaltenen Jahresausblick der
Beteiligungsgesellschaft. Seit ihrem Rekordhoch Mitte Februar haben
die Papiere damit ihre Verlustserie auf rund 23 Prozent
ausgeweitet./edh/nas